Dinko Jukic über 200 m Delfin Sechster: Superstar Phelps in Rom mit Weltrekord
- OSV-Jungstar mit bisher bester OSV-WM-Platzierung
- Konnte sein Anfangstempo leider nicht durchhalten
·Dinko Jukic steht im
WM-Finale von Rom
Schwester Mirna wird
über 200 m Delfin 7.
·Mirna Jukic sichert sich Bronze in Rom
WM-Medaille für Wienerin über 200 Meter Brust
·Dinko verzichtet auf Ganzkörperanzüge
Jukic bei der WM mit langer Schwimmhose
·WM-Startschuss:
Mirnas Masterplan
Jukic im NEWS-Interview über ihre neue Lockerheit

Für Dinko Jukic ist der Traum von seiner ersten Langbahn-WM-Medaille am Mittwoch noch nicht in Erfüllung gegangen. Der 20-Jährige belegte in Rom bei seiner Final-Premiere auf dieser Ebene über 200 m Delfin Rang sechs, auf die Podestränge fehlten im doch 1,76 Sekunden. Jukic musste seinem hohen Anfangstempo Tribut zollen und verfehlte so in 1:55,08 Minuten seinen am Vortag im Semifinale fixierten österreichischen Rekord um 66/100.
Der Kurzbahn-Vizeeuropameister über diese Distanz war als Semifinal-Vierter mit gewissen Hoffnungen auf einen Top-Drei-Platz in diesen Endlauf gegangen, doch der neben ihm schwimmende Michael Phelps brachte ihn mit seinem unwiderstehlichen Weltrekordlauf etwas aus dem Konzept. Anstatt sich am US-Superstar zumindest etwas orientieren zu können, verlor Jukic das Gefühl für das eigene Tempo.
Nur 67/100 Rückstand auf Phelps bei der ersten Wende waren für den OSV-Jungstar zu viel des Guten. Schon bei Halbzeit des Rennens hatte er 1,95 Sekunden Rückstand und lag nur noch auf Rang sechs. Vorwerfen konnte sich der Student aber nichts. "Ich hatte mit dem Finale schon alles, was ich mir vorgenommen hatte. Ich habe von Anfang an gekämpft, bin ein volles Rennen gegangen. Schließlich bin ich jetzt Sechster auf der Welt."
Im Vergleich zu den Olympischen Spielen 2008 in Peking ist das in der Tat eine Steigerung um vier Plätze sowie die bisher beste OSV-Platzierung bei diesen Titelkämpfen. Jukic hat bei diesen Weltmeisterschaften noch am Schlusstag die 400 m Lagen zu bestreiten, sein Hauptaugenmerk lag aber ganz klar auf den 200 m Delfin. Seinen Vorlauf über 200 m Lagen am Mittwochvormittag verbummelte er, um seine Chancen im Delfin-Endlauf zu erhöhen.
Und der Jugend-Weltmeister 2006 dachte auch schon weiter voraus. "Ich hoffe, dass Phelps noch einige Jahre schwimmt, damit ich die Möglichkeit habe, ihn zu besiegen", meinte Jukic. Diesmal fehlte ihm dafür u.a. das Stehvermögen. "Auf den letzten 20 Metern hat mir die Kraft gefehlt", sagte der Wiener. "Aber ich muss schnell angehen, wenn ich auf diesem Niveau mithalten will."
Diesmal freilich zog Phelps noch allen davon und verbesserte in 1:51,51 Minuten seinen am 13. August 2008 im Olympia-Finale von Peking fixierten Weltrekord um 52/100. Schon bei den Spielen hätte der heute 24-Jährige schneller schwimmen können, war aber durch seine bald nach dem Start verrutschte Schwimmbrille gehandicapt gewesen. Nun holte er die sub-1:52-Zeit nach.
Der Pole Pawel Korzenioski sicherte sich in 1:53,23 und 9/100 vor dem Japaner Takeshi Almeida Silber. Beide standen bei der Siegerehrung im Schatten des bejubelten Phelps. Wie Jukic war er nur mit einer Schwimmhose geschwommen, protestierte so gegen den Auswuchs bei den Ganzkörperanzügen. Am Vortag hatte der Mann aus Baltimore im langsameren LZR Racer gegen den Deutschen Paul Biedermann und dessen Arena X-Glide verloren.
Nun hatte er gezeigt, dass er auch mit herkömmlichen Mitteln gewinnen und Weltrekord schwimmen kann. Beim Abgang vom Siegespodest ließ sich Phelps von den Fans feiern, u.a. auch von seiner Mutter Debbie. Am Samstag sollen die beiden gemeinsam zum Papst-Empfang in Castel Gandolfo. Sportlich hat Phelps bei diesen Titelkämpfen noch die 100 m Delfin sowie die Staffeln über 4 x 200 m Kraul sowie 4 x 100 m Lagen auf dem Programm.
(apa/red)
