Sonntag, 2. August 2009

Schreckliches Blutbad in Schwulen-Lokal in Tel Aviv: Zwei Menschen tot und elf verletzt

  • Polizei konnte maskierten Täter noch nicht schnappen
  • Feuerte mit Schnellfeuerwaffe in Menschengruppe

Ein vermummter und mit einer Pistole bewaffneter Mann hat in einem Club für schwule Jugendliche in Tel Aviv ein Blutbad angerichtet. Der Täter tötete laut Polizeiangaben zwei Menschen und verletzte elf weitere, bevor er zu Fuß flüchtete.

Hunderte Polizisten durchsuchten nach dem Angriff Haus für Haus in der Umgebung. Straßenblockaden wurden errichtet. Der laut Augenzeugen ganz in Schwarz gekleidete Mann betrat den Club "Cafe Noir", zog seine Waffe und feuerte in alle Richtungen, wie die Polizei mitteilte. Dann steckte er die Pistole ein und lief davon.

"Eine Tat voller Hass"
"Das war eine Tat voller Hass, ein geplantes Verbrechen", sagte der Augenzeuge Janiv Weisman dem Fernsehsender Kanal 10. Die Opfer seien sehr jung gewesen. Der Club im Keller des Sitzes des Verbandes der Schwulen und Lesben sei bei Jugendlichen sehr beliebt gewesen. Bei den beiden Toten handelte es sich um ein 17-jähriges Mädchen und einen 24-Jährigen.

Der Abgeordnete Nitzan Horowitz, der sich offen zu seiner Homosexualität bekennt, sprach von einem Hassverbrechen und dem bisher schwersten Anschlag auf die Schwulenszene in Israel. Er verurteilte die Tat als Angriff auf unschuldige Jugendliche. "Wir stehen alle unter Schock", sagte er.

Polizeisprecher Micky Rosenfeld erklärte, es handle sich höchstwahrscheinlich um einen kriminellen Anschlag ohne terroristischen Hintergrund. Tel Aviv ist für seine liberale Haltung gegenüber Homosexuellen bekannt. Im konservativeren Jerusalem kommt es öfter zu Auseinandersetzungen zwischen Schwulenaktivisten und Ultraorthodoxen.

Livni schockiert
Die ultraorthodoxe Schas-Partei verurteilte die Bluttat von Tel Aviv. Die israelische Oppositionsführerin Zipi Livni zeigte sich schockiert. Mit dem Ruf nach Toleranz und im Gedenken an die Opfer kamen noch in der Nacht auf Sonntag tausende Menschen in Tel Aviv zu einem spontanen Trauermarsch zusammen. (apa/red)

2.8.2009 10:55