UNO muss in Kürze Hilfsflüge einstellen:
Geld reicht für dringende Einsätze nicht aus
- Liberia, Sierra Leone, Guinea und Tschad betroffen
- Im Gesamtetat fehlen derzeit zwei Milliarden Euro

Die Vereinten Nationen müssen aus Geldmangel in wenigen Wochen ihre Hilfsflüge in zentrale Krisengebiete einstellen. Betroffen sind zunächst Liberia, Sierra Leone, Guinea und der Tschad, wo unzählige Flüchtlinge aus Darfur Aufnahme gefunden haben.
Emilia Casella vom Welternährungsprogramm (WFP) sagte UNO-Angaben vom Freitag zufolge, in vielen Regionen seien die Flüge die einzige Möglichkeit, um abgelegene Gegenden mit Hilfskräften, Medikamenten und Nahrung zu erreichen. Dennoch fehle im diesjährigen Etat fast die Hälfte der benötigten Mittel von 160 Millionen Dollar (113,2 Mio Euro). "Es ist absolut klar, dass Hilfskräfte nicht mehr in bestimmte Gegenden von Darfur kommen, wenn wir den Dienst einstellen müssen", warnte sie.
Schon tags zuvor hatte das Welternährungsprogramm Alarm geschlagen. Im Gesamtetat der Organisation klaffe dieses Jahr eine Lücke von rund drei Milliarden Dollar (gut zwei Milliarden Euro), rechnete die geschäftsführende Direktorin Josette Sheeran vor. Millionen hungernde Menschen rund um die Welt könnten deshalb schon bald nicht mehr mit dem Allernötigsten versorgt werden. Die UNO-Organisationen finanzieren sich durch Zuschüsse der Mitgliedsländer, die dieses Jahr wegen der Wirtschaftskrise spärlicher fließen. Zugleich belasten steigende Lebensmittelpreise die Kassen. (apa/red)
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