Samstag, 1. August 2009

Spanier erheben ihre Stimme gegen Terror:
Großdemonstration nach Mallorca-Anschlag

  • Polizei-Fahndung nach Tätern bislang ohne Erfolg
  • Zwei Beamte wurden beim Bombenanschlag getötet

Nach dem Mordattentat auf zwei spanische Polizisten auf Mallorca haben Tausende von Spaniern gegen den Terror der baskischen Untergrundorganisation ETA demonstriert. Im mallorquinischen Badeort Palmanova, wo zwei Beamte bei einem Bombenanschlag getötet worden waren, kamen rund 5.000 Menschen zu einer Anti-ETA-Kundgebung zusammen.

Zu der Demonstration unter der Parole "Alle gegen den Terrorismus" hatten die Regionalregierung der Balearen und andere offizielle Stellen auf Mallorca aufgerufen. In anderen spanischen Städten fanden ebenfalls Kundgebungen gegen den Terror der ETA statt.

Polizei-Fahndung bislang erfolglos
Zu den Attentätern gibt es auch zwei Tage nach dem Anschlag keine heiße Spur. Medienberichten zufolge fahndete ein Großaufgebot von 1.600 Beamten bis vor kurzem erfolglos nach den Urhebern der Tat, die von den spanischen Ermittlern der baskischen ETA zugeschrieben wird. Die Täter könnten demnach bereits vor dem Anschlag in Palmanova von der Insel geflohen sein.

Nach Medienangaben wurde weiter nach einem Paar gesucht, das sich kürzlich ein Zimmer in einem Hotel auf Mallorca gemietet hatte. Die Beamten durchkämmten erneut die Ferieninsel und kontrollierten insbesondere Passagiere von Flugzeugen und Schiffen. "Es soll niemand Mallorca verlassen, ohne identifiziert zu werden", sagte der Präfekt der Balearen, Ramon Socias. Auch Hotels wurden systematisch daraufhin überprüft, ob sie womöglich Mitglieder der baskischen Untergrundorganisation ETA beherbergen. Es handelte sich um die größte Fahndungsaktion in der Geschichte der Balearen-Insel.

Attentäter gar nicht mehr auf der Insel?
Der am Auto der beiden getöteten Polizeibeamten befestigte Sprengsatz sowie eine später kontrolliert gezündete Bombe an einem weiteren Polizeiwagen seien mit einem Verzögerungsmechanismus und einem Bewegungsmelder ausgestattet gewesen, berichteten die Zeitungen "El Pais" und "ABC" unter Berufung auf Ermittlerkreise.

Der Sprengsatz sei so eingestellt gewesen, dass er erst Stunden nach dem Start des Wagens explodierte. Die Bomben könnten demnach schon am Vorabend angebracht worden sein, und den Attentätern wäre so genügend Zeit geblieben, vor Beginn der Großfahndung aus Mallorca zu fliehen. (apa/red)

1.8.2009 16:15