Donnerstag, 30. Juli 2009

ÖVP will Molterer als EU-Kommissar: Unmut der Opposition über Pläne der Volkspartei

  • FPÖ, BZÖ, Grüne finden Ex-Minister nicht geeignet
  • Cap "verwundert", Büro Faymann zurückhaltend

Die Opposition finden wenig Gefallen am ÖVP-Wunsch nach einem EU-Kommissar namens Wilhelm Molterer und an der Debatte generell. FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl empörte sich über den "erbärmlichen EU-Postenschacher von SPÖ und ÖVP", BZÖ-Chef Josef Bucher war dagegen, dass der frühere VP-Finanzminister Molterer "belohnt" wird. Die Grüne Europasprecherin Ulrike Lunacek findet, dass Molterer nicht dafür geeignet sei, "für Europa in Krisenzeiten etwas Sinnvolles zu machen". SPÖ-Klubobmann Josef Cap war indes "verwundert" darüber, wie konkret die ÖVP bereits Personalwünsche äußere.

Es gelte abzuwarten, welches Ressort Österreich vorgeschlagen bekomme, bekräftigte er im Ö1-"Mittagsjournal" den SPÖ-Standpunkt. Dezidiert gegen Molterer, etwa in Zusammenhang mit der Spekulationsdebatte rund um die Bundesfinanzierungsagentur, sprach er sich nicht aus: Dies sei zwar keine Werbung für den Ex-Finanzminister, aber "für manche andere" auch nicht.

Büro Faymann zurückhaltend
Der ÖVP-Wunsch nach einem EU-Kommissionsposten für Molterer wird im Büro von Bundeskanzler Faymann zurückhaltend kommentiert. "Über Personelles ist noch nicht gesprochen worden", sagte seine Sprecherin auf APA-Anfrage. "Dafür ist es auch noch zu früh."

Einmal mehr verweist man im Bundeskanzleramt auf den voraussichtlichen Zeitplan für die Neukonstituierung der EU-Kommission, vor Herbst gebe es daher keinen Handlungsbedarf: "Die Personalfrage stellt sich noch nicht."

Deutlich ablehnender äußerten sich die Oppositionsparteien: Kickl bezweifelte die Eignung Molterers, der "ein vom Volk abgewählter Vizekanzler, gescheiterter Finanzminister und Steuerentlastungsverweigerer" sei. Bucher witzelte unter Bezugnahme auf die Spekulationsdebatte rund um die Bundesfinanzierungsagentur, dass Molterer als EU-Kommissar "nicht einmal spekulativ angedacht" werden könnte. Und Lunacek sieht Molterer "auf Seiten der Mitverursacher der Finanz- und Wirtschaftskrise" und erneuerte die Grüne Forderung nach einem parlamentarischen Hearing für den Kommissionsposten.

(apa/red)

30.7.2009 21:38
sidestep, 31. 07. '09 10:11
Meine Damen und Herren - es reicht!
Es reicht, dass ein unfähiger Mann wie Molterter, Chef der Zockerargentur, weiter im österreich. Nationalrat sitzt. Er sollte endlich für seine "Verdienste", die er sich um Österreich und seine Bevölkerung bei den Spekulationen in seiner Amtszeit verdient gemacht hat, durch einen Kommissarjob in Brüssel belohnt werden. Es ist in Österreich immer so gewesen, dass jene, die sich in der Politik einen Fauxpas nach dem anderen gleistet haben und das noch auf Kosten des Volkes, nach oben gefallen sind. Warum soll dies im Falle Molterer anders sein? Gebt ihm endlich das, was ihm zusteht - nämlich in Brüssel einen realtiv unbedeutenden aber gut bezahlten Job. Damit schlagen wir zwei Fliegen auf einen Schlag: Wir sind den Schaumschläger los und er wird wegen der Privilegien dort nicht verhungern.
Ferdiburli, 31. 07. '09 06:48
Für den kleinen Willi
ist die EU-Welt viel zu groß. Er soll sich bitte nicht unglücklich machen. Er kann ja auch hier in Österreich viel Postives bewirken.
sidestep, 31. 07. '09 11:17
Re: Für den kleinen Willi
Ja genau - auch wenn er nur mit Steuergeld zocken läßt! Verlust kann manchmal auch positiv sein - und wenn wir nur den Will verlieren - nach Brüssel!
Ferdiburli, 30. 07. '09 21:36
Mein Kandidat für Brüssel
heisst Schüssel.
Schüssel für Brüssel! Schüssel für Brüssel! Schüssel für Brüssel! Schüssel für Brüssel! Schüssel für Brüssel! Dieser Spruch ist mein geistiges Eigentum!
sidestep, 31. 07. '09 11:16
Re: Mein Kandidat für Brüssel
Ach ja - den gibt es ja auch noch. Das hätte ich ganz vergessen! Klingt gut "Schüssel in Brüssel" aber ich habe eine Bedingung. Der Willi muss mit ihm mit - und wenn als sein Chauffeur!