Nach Vergewaltigung in OÖ: Lob für Wirtshausgäste nach couragiertem Einsatz
- Täter gemeinsam mit Autos verfolgt und eingekreist
- Untersuchungs-Haft für mutmaßlichen Straftäter

Nach der Vergewaltigung zweier Mädchen im Alter von elf und 15 Jahren im Bezirk Wels-Land in Oberösterreich sollte der 22-jährige Verdächtige noch am Freitag dem Richter zur Verhängung der U-Haft vorgeführt werden. Viel Lob gab es für eine couragierte Wirtshausrunde, die den mutmaßlichen Täter verfolgte und ihm mit einem Auto den Weg abschnitt.
Die 15-Jährige hatte ihren späteren Peiniger vor eineinhalb Wochen in einem Zug kennengelernt. Am Mittwoch besuchte sie ihn gemeinsam mit ihrer elfjährigen Freundin in seiner Wohnung. Plötzlich soll der Mann über die Mädchen hergefallen sein. Laut Ermittlern fesselte er zunächst die Elfjährige und vergewaltigte dann die 15-Jährige. Anschließend fesselte er die Ältere und fiel über die Jüngere her. Die 15-Jährige konnte sich aber selbst befreien und aus der Wohnung flüchten. Sie alarmierte Gäste eines benachbarten Wirtshauses, während der mutmaßliche Täter versuchte, zu Fuß zu entkommen.
Einige Gäste machten sich sofort an die Verfolgung: Als er gemerkt habe, dass er den 22-Jährigen nicht mehr erwischen könne, habe er ein Auto aufgehalten, schilderte einer der couragierten Lokalbesucher in Gespräch mit der ORF-Sendung "Oberösterreich heute". Schließlich sei es gelungen, dem Mann mit einem weiteren Wagen den Weg abzuschneiden, ihn einzukreisen und "mit vereinten Kräften" festzuhalten. In der Hand habe er ein Messer und eine Flasche Schnaps gehalten. Ein Nachbar trat in der Zwischenzeit die Wohnungstür des 22-Jährigen ein und kümmerte sich um die geschockte Elfjährige.
Der wegen Drogen- und Gewaltdelikten amtsbekannte 22-jährige Österreicher - laut Bericht der Zeitung "Österreich" ein Sonderling ohne Sozialkontakte, der mit einer Schlange und einer Spinne zusammenlebte - wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wels in Haft genommen und in die Justizanstalt Wels gebracht. Über den Inhalt der Einvernahmen hielt sich die Staatsanwaltschaft noch bedeckt. Die Aussagen der Opfer und des mutmaßlichen Täters würden sich nicht decken, hieß es lediglich. Die Staatsanwaltschaft hat U-Haft beantragt.
(apa/red)
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