Mittwoch, 29. Juli 2009

Unverbesserlicher Nationalratspräsident:
Martin Graf beharrt auf 'Rückkehr' Südtirols

  • Neuerliche Überlegungen für eine Volksabstimmung
  • Bekenntnis zu dem demokratischen Grundkonsens
    Gespräch mit Ariel Muzicant ist für August geplant

Der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf steht weiterhin zu seinen umstrittenen Aussagen betreffend einer Volksabstimmung über eine Rückkehr Südtirols nach Österreich. Er habe damit keineswegs gegen den politischen Konsens verstoßen, sagte Graf im ORF-"Report". Denn der Konsens in Österreich sei das "unverzichtbare Festhalten" am Selbstbestimmungsrecht der Südtiroler. "Die letzte Konsequenz des Selbstbestimmungsrechtes ist immer eine Volksabstimmung".

Er habe ja nie gesagt, "dass morgen eine Volksabstimmung Platz greifen soll", sondern sich dafür ausgesprochen, das Selbstbestimmungsrecht "irgendwann mit einer Volksabstimmung festzumachen" - sofern es weiterhin untergraben werden sollte. Zur heftigen Kritik von vielen Seiten in Folge seiner Aussagen erklärte Graf: "Man kann mich nicht zum Schweigen bringen, nur weil ich Dinge anspreche, die die Mehrheitsmeinung der Österreicher ist". Von einem Rücktritt wollte er nichts wissen.

Auch den Vorwurf, er habe sich gegen den antifaschistischen Grundkonsens ausgesprochen, wies er einmal mehr zurück. Ein Bekenntnis zum antifaschistischen Grundkonsens sei "zu wenig", so Graf. "Ich bekenne mich zum demokratischen Grundkonsens". Die umstrittene Aussage war bereits im Mai am Rande einer Nationalratssitzung gefallen: "Wir sehen das nicht so, dass der antifaschistische Grundkonsens die Grundlage unserer Demokratie ist (...) Der Grundkonsens unseres Staates ist der demokratische Grundkonsens."

Zu seinem Streit mit dem Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant, sagte Graf, es werde im August ein Gespräch stattfinden. Bis dahin habe man ausgemacht, sich zu dieser Angelegenheit nicht mehr zu äußern.
(apa/red)

29.7.2009 11:48
Sensor, 30. 07. '09 18:03
Der Graf von Absurdien
Vielleicht leisten sich die Italiener aus Spaß eine ähnliche Absurdität wie der Graf von Österreich: Sie verlangen die Regionen von Rhätien, Noricum und Pannonien zurück, die sie ebenfalls einmal unter den Römern besessen haben und die ihnen "widerrechtlich" von germanischen Stämmen entrissen worden waren; dann sind u.a. auch wir Österreicher bei Italien und wieder mit Südtirol in einem Staat vereint. Hurra!!
hary1965, 29. 07. '09 11:43
Selbstbestimmung
Grundsätzlich ist die Selbstbestimmung ein hohes Gut, und über Südtirol läßt sich immer streiten, immerhin ist die heutige Staatszugehörig das Ergebniss der Politik der NAZIS und Italienischen Faschisten, aber heute ist es dazu zu spät, es leben auch sehr viele Italiener dort. Die Idee müßte von den Südtirolern selbst kommen, wie im Beispiel Kosovo. Die Österreiche Politik reagiert auf Grafs Ideen wie ein Hysterischer Hühnerstall der von einen Fuchs besucht wird. Kein öster. Politiker braucht Angst vor Italien zu haben, weil eine Meinung vertreten wird. Das Problem ist vielleicht das wir so unterwürfige Politiker haben die wie Witzfiguren in ihrer Hormoniesucht reagieren, sodass Menschen vielleicht Sehnsucht nach Kantigen und draufgängerischen Politikern haben, dass weiß Graf
squier, 29. 07. '09 12:02
Re: Selbstbestimmung
Neben den unfähigen Politikern sind es vor allem so Geschichtenverdreher wie Sie, die für Verwirrung sorgen und aus falschen Darstellungen schnell mal Tatsachen schaffen wollen. Südtirol ging nach dem 1. Weltkrieg an Italien und nicht unter dem Nazi-Regime. Das ist ein wesentlicher Unterschied.
Selbst wenn dem so - wie von Ihnen geschildert - wäre, gehen Sie davon aus, dass Österreich Opfer der Nazis war. Und auch das ist so nicht richtig.
Über Südtirol lässt sich nicht streiten. Ebenso könnten wir Ungarn zurückfordern - das war ja schließlich auch mal österreichisch.
Die ganze Diskussion ist nur eine medienwirksame, völlig unnötige Selbstdarstellung, die an Dummheit nicht zu überbieten ist. Naja, FPÖ halt ... und ihre Mitläufer ...
hary1965, 29. 07. '09 12:18
squier
Es gibt vor allem viel Geschichtsexperten die keine Ahnung haben, und ihr Wissen von der Volksschule haben. Zwar wurde Südtirol von den Engländern an Italien vertteilt für ihre Kriegsteilnahme aber unter Hitler und Mussolini wurde es dann fixiert und endgültig festgeschrieben um Italien als Verbündeten zu behalten, damals wäre eine Volksabstimmung sinnvoll gewesen, der Geschichtsexperte squier schein auch nicht zu wissen im Gegensatz zu Ungarn das ein eigenes Königreich war, war südtirol ein Teil Österreich mit mehrheitlich deutschprachiger Bewohner das ist dewr feine Unterschied zu Ungarn, so viele Ignoranten verbreiten ihre Meinung das ist das Problem am Fall Graf
squier, 29. 07. '09 12:54
Re: Selbstbestimmung
Lesen Sie mal nach unter "Vertrag von St. Germain", dann erhellt sich Ihre Verblendung (vielleicht) kurzfristig.
Eine Volksabstimmung unter Mussolini und Hitler? Wie realistisch wäre das denn gewesen?
Die Sprache ist historisch im übrigen völlig irrelevant, als es darum ging, ein Land zu besetzen, oder gar zu annektieren, bzw. wieder zurückzugeben (z.B. Elsaß-Lothringen).
Die Geschichte hat die heutigen Grenzen gezeichnet und das sollte man als solches akzeptieren. Aber Sie sind wohl auch jemand, der provinziell (und somit in "Grenzen") denkt.
Diese Kleinkariertheit ist lächerlich, weil sie in einer globalen Welt immer mehr verstaubt und nur hin und wieder als peinliche Flatulenz hervortritt ...
Sepponen, 31. 07. '09 07:30
Re: Selbstbestimmung
squier, 29. 07. '09 12:54
"Die Geschichte hat die heutigen Grenzen gezeichnet und das sollte man als solches akzeptieren."

Blödsinn!

Geschichte ist ein dynamischer Prozess. Es kommt uns nur so vor, als würde alles um uns statisch sein.
Sehen Sie 20-30 Jahre zurück, und Sie werden merken, dass es in Europa gewaltige Umbrüche mit und ohne Gewalt gab.
Also kann alles, was uns heute umgibt immer wieder hinterfragt werden.
squier, 31. 07. '09 09:24
Re: Selbstbestimmung
Im Prinzip meine ich auch nichts anderes. Sie hätten genauer lesen müssen.

Allerdings finde ich "Grenzen" ohnehin ziemlich überflüssig, daher ist ein Streit darüber völlig sinnlos.

Viel wichtiger ist doch z.B., wie sich einzelne Regionen entwickeln, also auch länderübergreifend. Und genau das funktioniert im Fall Südtirol perfekt.
Wilfried1931, 31. 07. '09 09:42
Es gibt keine festen Grenzen
Bei gewissen Komentaren ließt man die Devotheit der Österreicher heraus, alles akzeptieren was die Geschichte gebracht hat?? Ganz bestimmt dann wären wir heute noch Jäger und Sammler. Geschichte ist dynamisch und Menschen werden immer nach Vorteilen streben, geht es der Mehrheit bei Italien gut, wird es kein Interesse geben, wird es früher oder später mit Italien zu Konflikten kommen zB. zB. alles Geld der Südtiroler geht nach Süditalien wird es Wunsch nach Änderung geben, aber sonst ginge halt viel Geld nach Wien. Und außerdem wäre ein Kerneuropa ohne Grenzen (Staaten mit ähnlichen Niveau) sowieso die beste Lösung. Das ändert nichts das die Causa Südtirol ein Völkerrechtliches Verbrechen war und eine Diskussion darüber ist legitim, das verstehen die devoten Österreicher vielleicht nicht
antikapitalist, 29. 07. '09 11:28
südtirol zu östereich
und kärnten zurück zu dei jugos
KuehlerBlonder, 29. 07. '09 13:19
Re: südtirol zu östereich
Und das Burgenland zurück an Ungarn und die Vorarlberger wollen eh schon lange zur Schweiz gehören. Da wir nicht mehr viel über bleiben.
sidestep, 29. 07. '09 18:21
Re: südtirol zu östereich
Wein an die Slowakei, Niderösterreich an Tschechien, Oberösterreich und Salzburg an Bayer. Nord- und Osttirol an Südtirol (Italien) die Steiermark und Kärnten an Sloweinien