Schiffbruch auf dem Wiener Donaukanal:
Twin City Liner hat das linke Ufer gerammt
- Beim dem Unfall werden keine Menschen verletzt
- Baumstamm wird als Ursache für den Unfall genannt

Glimpflich ist ein aufsehenerregender Unfall des Wiener Passagierschiffs Twin City Liner ausgegangen. Der Schnellkatamaran rammte nach einem Ausweichmanöver wegen eines im Wasser treibenden Baumstammes bei der Rotundenbrücke in Wien-Leopoldstadt das linke Ufer, so die Polizei. Alle 57 Insassen blieben unverletzt, das Boot wurde im Wasser abgeschleppt und zur Inspektion in einen Hafen transportiert. Schaden war vorerst keiner ersichtlich.
Bei dem Ausweichmanöver geriet der Twin City Liner, der zwischen Wien und Bratislava verkehrt, gegen 16.50 Uhr zu nahe ans Ufer und stieß gegen die bewachsene Böschung. Das Schiffe lehnte nach seiner unsanften "Landung" gegen einen schief gewachsenen Baum. Nach dem Abtransport zeugten nur mehr niedergedrücktes Gras, abgerissene Äste und beschädigtes Gestrüpp von dem Unfall.
Das Boot blieb laut Polizei am Ufer stecken und stand seitlich mit einer Tragfläche an Land. "Laut dem Kapitän ist ein circa 1,5 Meter langer Baum im Wasser geschwommen. Er wollte ausweichen, dann ist es sich vom Platz her nicht mehr ausgegangen", so Herbert Bahl, Sprecher der Wiener Exekutive. Die Passagiere wurden über eine Leiter von der am Ufer stehenden Tragfläche in Sicherheit gebracht.
Passagiere in Ersatzbusse gebracht
Der Katmaran war vorschriftsmäßig mit 30 bis 40 km/h in Richtung Slowakei unterwegs, sagte Dieter Pietschmann, Sprecher der Betreiberfirma Central-Danube-Gesellschaft. Die 52 Fahrgäste wurden gegen 18.00 Uhr mit einem Ersatzverkehr mit Bussen nach Bratislava weiter transportiert. An Bord befanden sich außerdem fünf Besatzungsmitglieder.
"Eigentlich sollte das nicht sein, dass Treibgut auf der Donau schwimmt", kritisierte Pietschmann. Möglicherweise sei dafür das Hochwasser der vergangenen Tage verantwortlich. Der Betreiber hofft, das Schiff nach einer kurzen Inspektion wieder einsetzen zu können. "Es gibt keinen Wassereintritt an Bord", erklärte der Sprecher. Möglich sei, dass es gar keinen Schaden gebe." Ob man Dellen oder Ähnliches finde, könne man jetzt freilich noch nicht sagen, ersichtlich sei derzeit jedenfalls nichts.
Schiff kann Fahrt bald wieder aufnehmen
Liegt kein Schaden vor, könnte der Twin City Liner bereits rasch wieder planmäßig verkehren. Auf der Route fahren im Normalbetrieb zwei Schiffe, muss der gestrandete Twin City Liner doch zur Reparatur, wird dieser mit einem Boot aufrechterhalten. "Wir werden den Fahrplan dann teilweise kürzen", so Pietschmann. Für Dienstagabend sah dieser jedenfalls keine weitere Fahrt mehr vor. Am Mittwoch sollten um 8.30 und 9.00 Uhr zwei Schiffe Richtung Bratislava starten. Ist die Inspektion bzw. Reparatur bis dahin noch nicht abgeschlossen, werden alle Passagiere auf ein Boot gebucht und in die Slowakei gebracht.
Gegen 18.15 Uhr wurde der manövrierunfähige Katamaran von einem Boot der DDSG Blue Danube Schiffahrt GmbH befreit und auf dem Wasserweg in den Wiener Hafen Freudenau abgeschleppt. Dort erfolgt die Inspektion. Möglicher Grund für den glimpflichen Ausgang ist eine Aufrüstung der Schiffe im Frühjahr: Der Rumpf der Boote wurde mit schusssicherem Kevlar-Material, das auch bei Polizeischutzwesten und Formel 1-Wagen zum Einsatz kommt, verstärkt, erklärte Pietschmann. Verhindert wollte man damit, dass Kiesel bei seichte Stellen für eine Beschädigung sorgt.
Ein ähnlicher Unfall des Gefährts sorgte bereits am 14. Mai 2007 für Aufregung: Der Twin City Liner krachte bei voller Fahrt auf Höhe Erdberger Lände ans Ufer und kam dort unsanft zum Stehen. Auch damals gab es keine Verletzten, der Schaden hielt sich in Grenzen.
(apa/red)
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