Großer Schlag gegen Drogenhandel in Oberösterreich: 64 Kilo Heroin sichergestellt
- Schwarzmarktwert im zweistelligen Millionenbereich
- 13 Festnahmen. Heroin aus Türkei geschmuggelt

Ein Schlag gegen den internationalen Drogenhandel ist dem Landeskriminalamt (LKA) Oberösterreich gelungen: Eine ungarische Bande wurde aus dem Verkehr gezogen. 64,1 Kilogramm mit einem Schwarzmarktwert im zweistelligen Millionenbereich wurden sichergestellt, 13 Personen verhaftet. Die Polizei informierte in einer Pressekonferenz in Linz über Details zu dem Fall.
"Sicherstellungen in dieser Größenordnung kann man in Österreich pro Jahr an einer Hand abzählen", ist der stellvertretende Landespolizeikommandant Franz Gegenleitner stolz auf seine Beamten. Im Jänner dieses Jahres fanden Beamte des LKA in einem ungarischen Fahrzeug 14 Kilo Heroin. Hinweise, dass die Drogen nach München gehen sollten, erhärteten sich rasch: In Zusammenarbeit mit Kollegen aus Ostösterreich und aus Bayern entdeckten die Ermittler dort ein weiteres Kilo. Die Ware wurde großteils in Koffern, aber auch hinter dem Reserverad oder im Tank eines Autos versteckt.
Kurier zu neun Jahren verurteilt
Ein Kurier wurde mittlerweile vom Landesgericht Eisenstadt zu neun Jahren nicht rechtskräftig verurteilt. Der mutmaßliche Drahtzieher der Bande, ein 43-jähriger Ungar, soll für eine Vielzahl an Heroin-Transporten verantwortlich sein, bei denen 2008 von der ungarischen Polizei 10,5 Kilo und 2001 in Frankreich 25 Kilo sichergestellt wurden. Der Mann - für ihn gilt die Unschuldsvermutung - wurde in Ungarn verhaftet und sitzt nun ebenfalls in Eisenstadt in U-Haft. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis.
Der leitende Ermittler Oberstleutnant Erwin Meindlhumer betonte, es handle sich bei der Gruppe um Großhändler. Diese verkaufen 45-prozentig reines Heroin an weitere Großabnehmer. Für den Straßenverkauf werde die Ware noch um das vier- bis fünffache gestreckt. 45-prozentiges Heroin wäre für die meisten Konsumenten tödlich. (apa/red)
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