Dienstag, 28. Juli 2009

Warten & warten auf die Mindestsicherung:
Sozialhilfe kommt erst im September 2010

  • Regierung will nur 12 statt 14 Monatsraten auszahlen
  • Hundstorfer: "Das ist ein politischer Kompromiss"
    SP-interner Widerstand gegen "Schmalspurvariante"

Schlechte Nachrichten für eine viertel Million Sozial- und Notstandshilfebezieher: Die Regierung hat die Mindestsicherung beim Sommerministerrat nicht nur neuerlich (auf September 2010) verschoben, sondern gegenüber dem ursprünglichen Plan auch deutlich gekürzt: Statt 10.262 Euro jährlich soll sie künftig nur noch 8.796 Euro betragen. Sozialminister Rudolf Hundstorfer begründet das mit dem Widerstand der ÖVP und versichert, dass trotzdem niemand weniger Geld bekommen soll als durch die jetzige Sozialhilfe. Die Hilfsorganisationen reagierten dennoch enttäuscht und auch in der SPÖ regt sich Widerstand.

Verschoben wurde die Mindestsicherung schon mehrmals: Aus der ursprünglich angepeilten Einführung per 1. Jänner 2009 wurde - nicht zuletzt wegen des Widerstands aus mehreren Bundesländern - mittlerweile der 1. September 2010. Dieser Termin sei nun aber "fix", versicherte Hundstorfer. Gleichzeitig verkündete der Sozialminister aber eine deutliche Kürzung der Mindestsicherung: Die Unterstützung von 733 Euro monatlich soll demnach nur noch zwölfmal jährlich ausgezahlt werden und nicht wie ursprünglich geplant 14 Mal.

"Politischer Kompromiss"
"Das ist ein politischer Kompromiss, der ganz einfach in einer Koalition nötig ist", verwies Hundstorfer nach dem Ministerrat auf die Verhandlungen mit ÖVP-Chef Josef Pröll. Allerdings werde mittels "Verschlechterungsverbot" sicher gestellt, dass niemand weniger Unterstützung erhält, als durch die jetzige Sozialhilfe. "Es gibt mehr, aber es gibt weniger mehr", betonte Hundstorfer. Pröll lobte, dass mit dem Regierungsbeschluss klar gestellt sei, dass die Mindestsicherung "keine soziale Hängematte" sei.

Die Hilfsorganisationen reagierten enttäuscht. "Wir diskutieren seit vier Jahren über die Mindestsicherung und jetzt reden wir darüber, wie wir Verschlechterungen verhindern", ärgerte sich Martin Schenk von der Armutskonferenz. "Arme müssen für die Krise zahlen", kritisierte er: "Im Finanzministerium ist offensichtlich für alles Geld da, nur nicht für die Absicherung gegen Armut." Grünen Sozialsprecher Karl Öllinger warf der Regierung vor, eine "Neidpolitik auf dem Rücken der Ärmsten" zu betreiben und die Mindestsicherung sei "zu Grabe getragen" zu haben.

SP-Widerstand gegen Kürzung
Auf Widerstand stößt Hundstorfer allerdings auch in der eigenen Partei: Die Soziallandesräte von Steiermark, Oberösterreich und Salzburg stellten sich geschlossen gegen die angekündigte Kürzung. Der Steirer Kurt Flecker bezeichnete es als "unerträglich", dass unter einem sozialdemokratischen Kanzler und einem sozialdemokratischen Sozialminister "die Absicherung der sozial schwächsten scheibchenweise beschnitten wird". Die Salzburgerin Erika Scharer kündigte für September ein Sozialreferententreffen an. Auch der Vorsitzende der SP-Gewerkschafter, Wolfgang Katzian, reagierte empört auf die "Schmalspurvariante für sozial Schwache".

Derzeit erhalten Sozialhilfebezieher je nach Bundesland unterschiedlich hohe Unterstützungszahlungen: Zusätzlich zum Richtsatz von 500 bis 600 Euro monatlich gibt es teils Zuschüsse für Wohnung, Reparaturen (Boiler/Waschmaschine), Geburten und Schule. Allerdings müssen die Beihilfen teilweise später zurückgezahlt werden ("Regress"). Nach Vorbild der Mindestpension soll die Mindestsicherung die neun unterschiedlichen Systeme nun weitgehend vereinheitlichen, den Regress abschaffen und den Sozialhilfeempfängern eine ordentliche Krankenversicherung mit E-Card sichern.

(apa/red)

28.7.2009 15:28
Bananenbiager, 28. 07. '09 23:06
Liebe SPÖ - Sozial solltet ihr sein nicht Kriecher
Liebe Rote,
Ihr wundert euch wo EURE Wähler sind? Vergesst es...
Millionen an Euro garantiert ihr Banken? Das sind Unternehmen die auf Profit orientiert sind und immer sein werden.

Den Leuten die aus irgendeinem Grund durch alle Sicherheitsnetze gefallen sind gebt IHR einen Schlag ins Gesicht u Hinterteil.
Ich habe den Hr. Hundsdorfer eigentlich für einen Politiker der "alten" Garde gehalten, der sich "SOZIAL" an die Brust heften darf, aber auch daneben...
Traurig, ein Land das die ärmsten mit Politik noch ärmer macht.
SPÖ habt ihr nichts gelernt? Erinnert euch an den seligen Kreyski!!!

LERNT GESCHICHTE!

das hatte der im kleinen Finger ihr Schmuddelfratzen...
Bananenbiager, 28. 07. '09 23:08
Re: Liebe SPÖ - Sozial solltet ihr sein nicht Kriecher
sry KREISKY....
allesw, 28. 07. '09 20:28
wir sind nicht wichtig
das geld liegt zwar rum und ein wenig davon geht eben veloren aber besser es liegt irgendwo in der karibik als es uns zu geben,ein betroffener , 12 euro am tag ist genug für ein leben sagt man mir