Kampusch-Akten unter der Lupe: Emittler
erhalten Einsicht in Einvernahme-Protokoll
- Staatsanwaltschaft Wien hielt Akt unter Verschluss
- Einblick für zwei Kriminalisten der Soko "Kampusch"

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Zwei Ermittler des Bundeskriminalamts (BK) haben Einsicht in das bisher unter Verschluss gehaltene Einvernahmeprotokoll genommen, das mit Natascha Kampusch unmittelbar nach ihrer geglückten Flucht im August 2006 aufgenommen wurde. "Die Beamten haben sich im Beisein des zuständigen Staatsanwalts die rund ein Dutzend Seiten durchgelesen, um festzustellen, ob sich daraus neue Ermittlungsansätze gewinnen lassen", gab Gerhard Jarosch, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, bekannt. Kopien durften keine angefertigt werden.
Vor allem Ludwig Adamovich, der Leiter der vom Innenministerium eingesetzten Evaluierungskommission, war dafür eingetreten, dass die im August 2008 gegründete SoKo "Kampusch" Zugang zu dem in einem Tresor der Staatsanwaltschaft verwahrten Protokoll erhält. Im Idealfall wären dadurch Rückschlüsse auf einen möglichen Mittäter bzw. Mitwisser des Kampusch-Entführers Wolfgang Priklopil oder angebliche Querverbindungen zur Kinderporno-Szene zu gewinnen, hieß es.
Die Staatsanwaltschaft Wien hatte stets betont, das Protokoll würde keinerlei Hinweise in diese Richtung enthalten. Unter Verschluss wurde es deshalb gehalten, um die Interessen der jungen Frau zu schützen: Man befürchtete, der weit in ihren höchstpersönlichen Lebensbereich reichende, teilweise noch nicht öffentlich bekannte Inhalt könnte ansonsten in die Medien gelangen und der mittlerweile 21-Jährigen Schaden zufügen.
Auf den zunehmenden öffentlichen Druck hin wurden Kampuschs intime Aussagen den Sonderermittlern dann doch nicht länger vorenthalten. "Es hat zu viel öffentliche Kritik an diesem Verhalten gegeben. Uns wurde vorgeworfen, wir würden etwas verheimlichen. Aber wir haben nichts zu verheimlichen", hatte der Leiter der Oberstaatsanwaltschaft Wien, Werner Pleischl, vor rund zwei Wochen bemerkt.
(apa/red)
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