Schmaler Graz zwischen Genie & Wahnsinn: Studie weist jetzt den Zusammenhang nach
- Mutiertes Gen beeinflusst Kreativität des Menschen
- Genial oder irre - die Intelligenz steuert die Richtung

Sie liegen oft so nah beieinander, dass sie fast schon ineinander übergehen: Genie und Wahnsinn. Van Gogh, Beethoven oder Nietzsche - alles Menschen, die ein solches kreatives Potential an den Tag legten, dass sie die gesamte Kulturgeschichte prägten - und dann Opfer ihrer eigenen psychischen Belastungen wurden. Reiner Zufall?
Eine aktuelle Studie der deutschen Semmelweis Universität ergab, dass eine gewisse genetische Mutation, die mit Psychosen und Schizophrenie in Verbindung steht, auch die Kreativität des Menschen beeinflusst. Rund 50 Prozent der gesunden Europäer verfügen über eine Kopie dieser Mutation, 15 Prozent besitzen sogar zwei.
Gen beeinflusst Kreativität
Wie die Studie zeigte, sind Personen mit zwei Kopien des Gens kreativer als jene mit nur einer oder gar keiner. Dafür aber tendieren sie auch eher zu schizoiden Charkterzügen wie Paranoia, eigenwilligem Sprechverhalten und unangebrachten Gefühlsäußerungen.
Ungezügeltes Verhalten
Der Wissenschafter Szabolcs Kéri nimmt an, dass die Mutation jene Region des Gehirns dämpft, die Stimmungen und Verhalten unter Kontrolle hält. Diese Veränderung setzt bei manchen kreatives Potential frei, bei anderen hingegen psychotische Wahnvorstellungen.
Durch Intelligenz kontrollieren
Intelligenz könnte dabei bestimmen, ob die Mutation die Kreativität fördert oder zum Entstehen einer Psychose beiträgt. Je intelligenter nämlich ein Mensch, desto besser kann er mit diesen Gegebenheiten umgehen und desto eher kann er sie in eine kreative Richtung lenken. (pte/Klara Vakaj)
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