Mittwoch, 29. Juli 2009

Schlechte Manieren: Tino Teller
über den Sittenverfall in den Stadien

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Vielleicht gehört’s ohnehin zum guten Ton auf unseren Fußballplätzen. Oder vielleicht ziehen gerade die schlechten Manieren unserer Kicker und Trainer die Leute fast magisch zu den Spielen. Weil dort auch der durchschnittliche Bürohengst wenigstens zwei Stunden lang so richtig die Sau rauslassen kann? Sei’s, wie’s sei: Fußballmatches sind kein Kinder geburtstag. Aber ein Mindestmaß an zivilisiertem Benehmen täte der Branche ganz gut. Noch dazu, wo man in der Bundesliga jetzt vor dem Anpfiff mit Transparenten „eine Welle gegen Gewalt“ auslösen will. Sehr lobenswert! Die Realität während der folgenden 90 Spielminuten sieht zumeist ganz anders aus – zuletzt besonders augenfällig beim „Bruderduell“ zwischen Mattersburg und Rapid. Da wird gerangelt, gezangelt und gepöbelt, was das Zeug hält, kein unfairer Zug ist schlecht genug. Und wenn der Schiedsrichter versucht, dem wilden Treiben auf dem Rasen mit einer Rekordzahl an Verwarnungen Einhalt zu gebieten, wird er hinterher sogar noch zum Alleinschuldigen für diesen Niedergang von „true sportsmanship“ gemacht. Den Erziehungsberechtigten, sprich: den Trainern, fällt kein Wort des Tadels ein. Im Gegenteil: Sie lassen leider selbst immer öfter Anstand vermissen. Leider.

29.7.2009 14:28