"Grabtuch von Turin" ist offenbar echt: Expertin entschlüsselte neue Schriftzeichen
- Aramäische Wörter bedeuten: "wir haben gefunden"
- Vermutlich früher Tempelritter in Besitz der Reliquie

Eine Historikerin des Vatikanischen Geheimarchivs will einen schlagenden Beleg für die Echtheit des Grabtuchs Jesu gefunden haben: Die in Turin aufbewahrte "Santa Sindone" enthalte Schriftzeichen in Aramäisch, die aus der Zeit vor dem Jahr 70 stammen, berichtete die italienische Tageszeitung "La Stampa".
Weil diese Sprache unter Christen ab diesem Datum nicht mehr so gebräuchlich gewesen sei (obwohl sie im syrischen Gebiet noch lange weiterlebte), zwinge dies zu der Annahme, dass das Tuch älter sein müsse, sagte die Wissenschaftlerin Barbara Frale laut der Zeitung. Barbara Frale stützt sich auf eine bisher unveröffentlichte Untersuchung des französischen Forschers Thierry Castex. Dieser habe die mit bloßem Auge nicht erkennbaren Schriftzeichen auf dem Gewebe entdeckt, heißt es in dem Bericht. Der Sinn der wenigen Buchstaben laute etwa "wir haben gefunden". Bisher waren nur griechische und lateinische Buchstaben auf dem Tuch bekannt.
Tempelritter in Besitz der Reliquie?
Die Wissenschaftlerin, die zugleich ausgewiesene Expertin für den Templerorden ist, hält aufgrund schriftlicher Quellen für wahrscheinlich, dass nach der Plünderung Konstantinopels 1204 die Tempelritter in den Besitz der Reliquie gelangt sind. Die aramäischen Schriftzeichen könnten ein Grund sein, weshalb der Orden angesichts des mittelalterlichen Antijudaismus ein Geheimnis um das Grabtuch aufgebaut habe, gab "La Stampa" die Forscherin wieder.
Einwände, es handle sich bei dem Grabtuch um eine mittelalterliche Fälschung, wies Barbara Frale zurück. Die betreffenden Analysen nach der C14-Methode seien "nicht in überprüfbarer Weise durchgeführt" worden. Ihre eigenen Thesen will sie laut dem Bericht in einem bis Jahresende erscheinenden Buch vorstellen. (apa/red)










