Mittwoch, 22. Juli 2009

Turbulenzen sind mittlerweile Routine: NEWS schaut hinter die Kulissen der AUA

  • Sparpakete, Gehaltskürzungen und Entlassungen
  • Airline-Belegschaft will weiter eisern dagegen halten

Fly with a smile. So lautet schließlich unser Werbeslogan“, sagt Nikola Frates. Die adrette dunkelhaarige Flugbegleiterin nippt im Café Sacher am Wiener Flughafen an ihrem Cappu­c­cino. Die rote Uniform, das Lächeln – alles sitzt perfekt.

Während in Brüssel über ihre Zukunft entschieden wird, gibt die AUA-Belegschaft ihr Bestes. Für sie ist die Austrian Airlines AG mehr als bloß Arbeitgeber. Die AUA ist ihre Berufung; untrennbar mit der eigenen Identität verbunden.

Da überrascht es nicht, dass der charmanten Flugbegleiterin ein kurzer Schatten übers hübsche Gesicht huscht, als sie über die Zukunft ihrer AUA spricht. „Die Entscheidungen werden auf Ebenen gefällt, auf die ich keinen Einfluss habe“, sagt sie nachdenklich. „Mein Bereich ist das Flugzeug und der Kontakt mit den Kunden. Dort werde ich weiterhin alles tun, was in meiner Macht steht.“
Frates ist eines der knapp 8.000 Gesichter der AUA, die mitten in Turbulenzen stehen. Bis Mitte 2010 sollen 1.000 Stellen gestrichen werden.

Sparmaßnahmen
Doch Einsparungen sind nichts Neues für die Belegschaft: Im Rahmen eines ersten 225 Millionen Euro schweren Sparpakets verzichteten die Angestellten der Fluglinie auf Teile des Gehalts und der Pensionskassenbeiträge.
Der nächste Schock ließ nicht lange auf sich warten. Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass die AUA im Dunst der undurchsichtigen Verhandlungen um die Übernahme weitere 150 Millionen Euro, maßgeblich an Personalkosten, einsparen muss. Viele haben Sorge um ihren Arbeitsplatz.

Wir, die AUA.
Es ist umso erstaunlicher, dass bei aller Ohnmacht und bei all der Angst um den Job die Menschen hinter den Kulissen mit voller Überzeugung für die Marke AUA einstehen.
„Es ist nach wie vor etwas Besonderes, für Austrian Airlines zu arbeiten. Und ehrlich gesagt hat sich an der Motivation nichts geändert“, sagt Christian Nowotni. Der 33-jährige Flight-Manager ist seit 15 Jahren bei der AUA beschäftigt. „Jeder, den ich kenne, arbeitet weiterhin zielorientiert. Das Vertrauen, dass es irgendwie weitergeht, ist ungetrübt.“

Bastian Kellhofer, Anna Kohl

Wie die AUA-Belegschaft die Krise meistert, lesen Sie im NEWS 30/09!

22.7.2009 10:59