Molterer verteidigt Roulette mit Steuergeld:
Ex-Minister lobt Anlagestrategie des Bundes
- Finanzierer soll unterm Strich Gewinn erzielt haben
- Bereits 2007 Kaufstopp für hochriskante Produkte
Molterer: 'Professionelle Arbeit' des Bundesfinanziers

·Pröll nimmt jetzt
den Bund an die Leine
Keine Spekulationen
mehr mit Steuergeldern
·Grasser wäscht die
Hände in Unschuld
Keine Verantwortung für
Spekulation des Bundes?
·Darf mit Steuergeld
spekuliert werden?
IHRE MEINUNG in der
Geld-Umfrage der Woche
·Hunderte Millionen an
Steuergeld verspielt
Bundesfinanzierungsstelle
verzockt über 600 Mio.
Von Einsicht keine Spur: Österreichs "Ex" verteidigen einhellig die riskante Veranlagungsstrategie, die den Bund mehrere hundert Millionen Euro kosten könnte. Nachdem der frühere Finanzminister Karl-Heinz Grasser bereits am Wochenende jegliche Verantwortung für die Verluste der Bundesfinanzierungsagentur zurückgewiesen hat, zieht nun auch sein Nachfolger Wilhelm Molterer nach. Den Steuerzahlern sei durch die "professionelle Arbeit der Bundesfinanzierungsagentur" unter dem Strich sogar ein Gewinn entstanden, rechtfertigte sich Molterer.
Wegen der Finanzkrise habe er schon im Jahr 2007 die Anweisung erteilt, derartige Produkte nicht mehr zu kaufen, die Restrukturierung einzuleiten und einen möglichen Ausfall zu minimieren und Limits einzuführen, sagte Molterer im Ö1-Mittagsjournal. Alle Beteiligten hätten nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt.
"Selbstverständlich habe ich dafür die Verantwortung, dass ich richtig gehandelt habe", so Molterer. Das bestätige auch der Rechnungshof. Er habe früher gehandelt als so manche Finanzinstitute, so Molterer. Er sei als Finanzminister ab dem Zeitpunkt, als Probleme auftraten, informiert worden. Und ab da habe er Anweisung gegeben, was zu geschehen habe. Alle Beteiligten hätten "bestmöglich gehandelt" und die Veranlagungsstrategie sei "in der jeweiligen Marktsituation" richtig gewesen, sagte Molterer.
(apa/red)

