Dienstag, 21. Juli 2009

Molterer verteidigt Roulette mit Steuergeld:
Ex-Minister lobt Anlagestrategie des Bundes

  • Finanzierer soll unterm Strich Gewinn erzielt haben
  • Bereits 2007 Kaufstopp für hochriskante Produkte
    Molterer: 'Professionelle Arbeit' des Bundesfinanziers

Von Einsicht keine Spur: Österreichs "Ex" verteidigen einhellig die riskante Veranlagungsstrategie, die den Bund mehrere hundert Millionen Euro kosten könnte. Nachdem der frühere Finanzminister Karl-Heinz Grasser bereits am Wochenende jegliche Verantwortung für die Verluste der Bundesfinanzierungsagentur zurückgewiesen hat, zieht nun auch sein Nachfolger Wilhelm Molterer nach. Den Steuerzahlern sei durch die "professionelle Arbeit der Bundesfinanzierungsagentur" unter dem Strich sogar ein Gewinn entstanden, rechtfertigte sich Molterer.

Wegen der Finanzkrise habe er schon im Jahr 2007 die Anweisung erteilt, derartige Produkte nicht mehr zu kaufen, die Restrukturierung einzuleiten und einen möglichen Ausfall zu minimieren und Limits einzuführen, sagte Molterer im Ö1-Mittagsjournal. Alle Beteiligten hätten nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt.

"Selbstverständlich habe ich dafür die Verantwortung, dass ich richtig gehandelt habe", so Molterer. Das bestätige auch der Rechnungshof. Er habe früher gehandelt als so manche Finanzinstitute, so Molterer. Er sei als Finanzminister ab dem Zeitpunkt, als Probleme auftraten, informiert worden. Und ab da habe er Anweisung gegeben, was zu geschehen habe. Alle Beteiligten hätten "bestmöglich gehandelt" und die Veranlagungsstrategie sei "in der jeweiligen Marktsituation" richtig gewesen, sagte Molterer.
(apa/red)

21.7.2009 17:20
raskoruft, 22. 07. '09 10:12
Realitätsverlust
Ich glaube W. Molterer hat jede Realitätssicht verloren. Mit Grasser hauptverantwortlich für die Spekulationen übersieht er, dass man mit ein wenig Fachkenntnis schon 2005/2006 den Finanz- und Wirtschaftscrash hätte voraussehen können und spätestens dann mit dem Spekulieren aufhören hötte können. Ganz abgesehen, dass jedes Spekulieren, auch wenn es zunächst Gewinne bringt von Gier, Unmoral nur so strotzt. Brauchen unsere Politiker wirklich schriftliche "Ethische Standards" um zu erkennnen was moralisch und ethisch gut oder schlecht ist. Das würde zeigen, dass das Gewissen der Politiker durch die neoliberale und kapitalistische Realität auch ihr Gewissen geschädigt haben. Grasser, Molterer, Schüssel, Bartenstein auf zu Exerzitien, die haben Sie bitter nötig!