Dienstag, 21. Juli 2009

"An der Wall Street kommt keine Reue auf":
Obama nimmt sich Finanzmärkte zur Brust

  • Scharfe Regulierung soll "wilde Risiken" verhindern
  • 2008 flossen an Wall Street Boni von 18 Milliarden $

Nach der Krise ist vor der Krise. Rekordgewinne von Banken und Bankern erwecken wieder den Eindruck, als hätte die Finanzwelt nichts lieber, als genauso weiter zu machen, wie bisher. So zumindest sieht das US-Präsident Barack Obama. "Man hat nicht den Eindruck, dass an der Wall Street irgendwelche Reue aufkommt für all diese Risiken, die sie eingegangen sind", geißelt Obama den Finanzsektor. Da der US-Präsident jegliche Konsequenzen aus der Krise vermisst, will er nun zur Tat schreiten. Die Finanzaufsicht der USA soll eine scharfe Regulierung erwirken, die Wall-Street-Unternehmen von jenen "wilden Risiken" abhalten, die vor der Krise gang und gäbe waren.

Konkrete Details zur Regulierung der Finanzmärkte stehen zwar noch nicht fest, immerhin ist aber bereits ersichtlich, dass Obama sich Managergagen zur Brust nehmen will: Aktionäre sollen ein Mitspracherecht bekommen, wenn es um hohe Bonus-Zahlungen für Manager gehe.

2008 flossen an der Wall Street Boni in Höhe von insgesamt mehr als 18 Milliarden Dollar (12,66 Mrd Euro) - und das in einem Jahr, in dem die Unternehmen Billionen an Steuergeldern zur Unterstützung brauchten. Auf die Frage, ob ihm die hohen Gewinne, die Goldman Sachs und JPMorgan Chase jüngst auswiesen, Kopfzerbrechen bereiteten, antworteten Obama etwas hilflos. Seine Regierung verfüge über weniger Hebelkraft, jetzt da die Banken die staatlichen Hilfen zurückgezahlt hätten.

Die Maßnahmen seiner Regierung zur Stabilisierung der Wirtschaft griffen allerdings trotz des erwarteten weiteren Anstiegs der Arbeitslosigkeit, sagte Obama. "Ich denke, wir haben den Brand gelöscht." Allerdings gebe es noch viel zu tun.
(apa/red)

21.7.2009 10:50