Spion machte sich über nächsten Gegner schlau: Sturm nach Aufstieg gegen Petrovac
- Montenegriner schalteten Anorthosis Famagusta aus
- Beobachter Peintinger: "Wir sind leichter Favorit"

·Sturm zittert sich in die dritte Quali-Runde
Grazern reicht ein 1:1
bei Bosnien-Club Brijeg
Sturm Graz hat in Siroki Brijeg seine Aufgabe erledigt und ist durch ein 1:1 gegen die Bosnier in die dritte Runde der Qualifikation zur Europa-League aufgestiegen. Auch Christian Peintinger hat seine Aufgabe erledigt. Er beobachtete zur gleichen Zeit in Montenegro OFK Petrovac, den nächsten Gegner. "Wir dürfen ihn nicht unterschätzen, aber ich denke, wenn unsere Form stimmt, sind wir leichter Favorit", so der Amateur-Trainer der Steirer.
Peintinger hatte in Petrovac, einem verträumten, rund 5.000 Einwohner zählenden Kleinstädtchen an der Adria, die Montenegriner im Heimspiel gegen Anorthosis Famagusta, dem vorjährigen Rapid-Bezwinger in der Champions League, 3:1 in der Verlängerung siegen gesehen. "Sturm muss aufpassen, geduldig spielen und besonders auf die zwei flinken, laufstarken Stürmer Zdravko Dragicevic und Luka Rotkovic achtgeben", befand der "Spion" über die Mannschaft von Trainer Aleksandar Miljenovic.
Dragicevic erzielte vor nicht einmal 2.000 Zuschauern das frühe 1:0 und Rotkovic erzwang im Finish mit dem 2:1 die Verlängerung, in der ihm auch der Fangschuss gelang. "Die zwei wirbeln herum, beschäftigen die Abwehr", so Peintinger, dem die Montenegriner als Gegner lieber als die Insulaner sind. "Die Zyprioten waren die bessere Mannschaft mit den stärkeren Einzelspielern, hatten mehr Ballbesitz, einen Elfer vergeben und einmal die Latte getroffen."
Die Hausherren, die das Hinspiel 1:2 verloren hatten, seien nach ihrer schnellen Führung hinten gut gestanden, hätten nicht mehr viel gemacht, auf Konter gespielt und ihre weiteren Tore aus Standardsituationen erzielt. "Wer Anorthosis eliminiert, muss stark sein und Qualität besitzen", sagte der 40-jährige Peintinger, dem sich sein "Chef" Franco Foda nach dem Aufstieg in Siroki Brijeg anschloss. Es gebe keine schwachen Gegner mehr, meinte der Deutsche vor den Duellen am 30. Juli (auswärts) und am 6. August in der UPC-Arena.
Wieder Reise-Stress
Sicher ist, dass auf Sturm eine ähnlich strapaziöse Aufgabe wartet wie in Bosnien. Nicht nur im Spiel, sondern auch was die Anreise und das Klima betrifft. "Unter Tags hatte es rund 40 Grad und während des Spiels am späten Nachmittag war es auch extrem heiß", berichtete Peintinger, der sich freute, dass seine Spionagereise nicht umsonst war. Dafür hatte vor allem Andreas Hölzl gesorgt, der an allen drei Toren Sturms gegen Siroki Brijeg beteiligt gewesen war.
Der Flügelflitzer hatte in Graz einen Treffer selbst erzielt, einen vorbereitet und fungierte auch in Siroki Brijeg als Assistent (Beichler-Kopftor). Gefährlich war es nur noch im Finish geworden, als die Bosnier den Ausgleich erzielt hatten. Foda, dessen Truppe es im Hinspiel verabsäumte, das 3:0 zu erzielten und stattdessen das 1:2 kassierte, fiel mit dem Schlusspfiff ein Stein vom Herzen. "Wir haben nicht so gut gespielt, aber das Wichtigste war das Weiterkommen", resümierte er treffend.
Der nächste Gegner heißt jetzt OFK Petrovac und qualifizierte sich als Cupsieger für das internationale Geschäft. Im Finale gegen FK Lovcen hatte in der "Extra Time" Rotkovic das entscheidende 1:0 erzielt. Der Europacup-Debütant spielt im Stadion "Pod Malim Brdom", das über eine Tribüne für nur 530 Besucher verfügt. Der Verein wurde 1969 gegründet, hat mit Sinisa Graovac und Boban Obradovic derzeit nur zwei (bosnische) Legionäre unter Vertrag und beendete die Liga-Saison als Sechster. Die neue Punktejagd beginnt erst am 8. August.
(apa/red)
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