Donnerstag, 23. Juli 2009

Last-Minute-Aufstieg der Bullen in Dublin:
Salzburg zittert sich in dritte Quali-Runde

  • Jezek verwertet ein 0:1-"Geschenk" in der 86. Minute
  • Österreichischer Meister trifft nun auf Dinamo Zagreb

Österreichs Fußball-Meister Red Bull Salzburg hat die erste Hürde im Fußball-Europacup mit viel Nervenflattern genommen. Mit einem 1:0-(0:0)-Erfolg bei den Bohemians Dublin kamen die keinesfalls überzeugenden Mozartstädter auf den Weg in die anvisierte Champions-League-Gruppenphase einen Schritt weiter. Als bereits die größte Blamage in der Club-Geschichte drohte, erzielte Patrik Jezek in der 86. Minute unter gütiger Mithilfe der Iren den entscheidenden Treffer für die Gäste.

Mit einem Gesamtscore von 2:1 stieg Salzburg damit nur äußerst knapp in die 3. Qualifikationsrunde auf. Dort ist nun Dinamo Zagreb der Gegner. Gegen den kroatischen Double-Gewinner ist am 28./29. Juli bzw. am 4./5. August aber wohl eine klare Leistungssteigerung vonnöten.

Ein Missverständnis zwischen Verteidiger Rossiter und Torhüter Murphy servierte dem eingewechselten Jezek in Dublin den entscheidenden Treffer. Der Tscheche traf per Kopf über den irischen Schlussmann und ersparte dem Team um Neo-Trainer Huub Stevens damit eine mehr als herbe Enttäuschung. Zuvor hatten die Salzburger nämlich kaum Konstruktives zuwege gebracht.

Irischer Beton hielt bis zur 86. Minute
Dabei begann Salzburg bei Sonnenschein im mit 6.000 Zuschauern gefüllten Dalymount Park ambitioniert. Der anstelle des verletzten Innenverteidiger Sekagya aufgebotene Schiemer setzte nach einem Eckball schon in der ersten Minute eine Svento-Flanke knapp neben das Tor. Nach den ersten zehn Minuten hatten sich die Iren, die nicht nur "mauerten", aber gefangen und boten schnörkellosen, geradlinigen Kick.

Angefeuert von den irischen Fans, die jede halbwegs gelungene Aktion der Hausherren mit Applaus bedachten, sorgte Torjäger Byrne (11.) nach einem Freistoß erstmals für Unruhe im Salzburger Strafraum, eine abgerissene Flanke von Powell (18.) senkte sich gefährlich aufs Tor. Aufseiten der Mozartstädter setzte Leitgeb (15.) den Ball nach einer schönen Einzelaktion neben das Gehäuse.

Entgegen den hoffnungsvollen Erwartungen der rund 100 mitgereisten "Bullen"-Fans entwickelte sich eine offene Partie, in der die "Bohs" das Salzburger Offensivspiel über die Flügel mit viel Laufbereitschaft neutralisierten. Wie bereits im Hinspiel hing Torjäger Janko, der nach einem Zweikampf in der sechsten Minute erfolglos Elfmeter reklamierte, völlig in der Luft.

Wenig Aktion, noch weniger Reaktion
Trainer Huub Stevens sparte sich eine Reaktion in der Pause, am Spiel seiner Mannschaft änderte sich ebenfalls nur wenig. Salzburg probierte es mit untauglichen Mitteln, die wenigen Flanken pflückte Murphy problemlos herunter. Nach einer Stunde brachte Stevens Jezek für Ulmer und Vladavic für den unsichtbaren Ilic, mit Nelisse kam in der 73. Minute ein zweiter Stürmer für den nun unsichtbaren Janko. Die Bohemians setzten zusehends auf Entlastungsangriffe, bei einem ebensolchen gefährdete Byrne (67.) die Torsperre der Salzburger, ehe Jezek den Geschenk der Hausherren noch dankbar annahm.

Endstand Bohemians Dublin - Red Bull Salzburg 0:1 (0:0)
Dublin, Dalymount Park, 6.000, SR Aleksandar Stavrev/MKD.

Tor: 0:1 (86.) Jezek

Dublin: B. Murphy - Rossiter (88. McGuinness), Shelley, Oman, Powell - Keegan - Byrne (84. Cronin), Deegan, Ndo, Brennan (66. A. Murphy) - Crowe

Salzburg: Gustafsson - Schwegler, Schiemer, Dudic, Ulmer (59. Jezek) - Leitgeb (73. Nelisse), Augustinussen - Tchoyi, Ilic (63. Vladavic), Svento - Janko

Gelbe Karten: Keine bzw. Janko, Schwegler, Gustafsson

(apa/red)

23.7.2009 10:03
sidestep, 23. 07. '09 10:05
Richtige Niete
Welche Niete die Salzburger mit Trainer Hub Stevens geholt haben, ließ sich nach dem Spiel in seiner Stellungnahme erkennen. Wer die Leistung der Bullen mit der Note 1 und 2 versieht, hat wohl jeglichen Bezug zur Realität verloren. Da lobe ich mir Konrad, der im ORF von einem "Scheiß-Kick" gesprochen hat. Das ist zwar keine Fernsehtaugliche Aussage, trifft den Nagel aber genau auf den Kopf. Ja, das ist die Realität. Das war ein "Scheiß-Kick" und der Trainer, der diesen Kick nicht so sah, tut mir leid. Er ist eine Niete und kein Fachmann! Macht aber nichts. Gegen Dynamo Zagreb werden solche Leute dann wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.
ROCAFELLA, 22. 07. '09 22:33
Frechheit
Die mannschaftliche Leistung war ja wohl die größte Frechheit die ich je gesehen habe, und dieser selbstverliebte Trainer, unglaublich!

Aber sensationelle Aussagen von Otto Konrad looool