'Fußball verrückt' bei Austria-Sieg in Linz:
Bei 5:4 über LASK war so gar nichts normal
- Austria verschenkte 3:0-Führung, siegte aber 5:4
- Daxbacher: "Mannschaft wollte schon resignieren"

·Torschützenfest in
2. Bundesliga-Runde
Austria besiegt LASK
in 86. Minute mit 5:4
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Es ist eines dieser außergewöhnlichen Fußballspiele gewesen. Die Wiener Austria hatte nach Treffern von Florian Klein (13.), Jacek Bak (26.) und Rubin Okotie (28.) den Sieg beim LASK schon nach einer knappen halben Stunde in der Tasche, gab ihn aber noch vor der Halbzeit aus der Hand, um letztendlich mit 5:4 (3:4) als Sieger vom Platz zu gehen. Austria-Stürmer Rubin Okotie scheiterte daran, den Kollaps vor der Pause zu erklären. "Das ist Fußball", sagte er. "Da kann alles passieren."
Plötzlich waren die Wiener ins Trudeln geraten, die Innenverteidigung mit Bak und Aleksandar Dragovic löste sich praktisch in Luft auf. Thomas Prager (31.), Christian Mayrleb (35., 45.) und Florian Metz (42.) sorgten innerhalb von 14 Minuten dafür, dass der LASK mit der 4:3-Führung in die Kabine ging. "Es war für mich das Schwierigste, die Mannschaft in der Pause wieder aufzubauen", erzählte Austria-Trainer Karl Daxbacher nach dem Spiel. "Sie war vollkommen am Boden zerstört und wollte schon resignieren."
Daxbachers Therapie war erfolgreich, denn in der zweiten Hälfte kontrollierte die Austria das Spiel und ging dank Toren von Manuel Ortlechner (64.) und Okotie (86.) doch noch als Sieger vom Platz. Beide Treffer bereitete Milenko Acimovic mit Standardsituationen vor. Der vor allem vor der Pause stark agierende LASK-Regisseur Prager führte das in den zweiten 45 Minuten nur noch harmlose Spiel seines Teams auf eine zu vorsichtige Anlage zurück. "Wir sind in der zweiten Hälfte zu tief gestanden und haben nur noch hohe Bälle nach vorne gespielt. Ich hätte aber nicht gedacht, dass wir die Partie noch aus der Hand geben", meinte Prager.
Mayrleb-Wechsel Knackpunkt?
Ein Knackpunkt könnte die 54. Minute gewesen sein, als LASK-Coach Matthias Hamann den Doppeltorschützen Christian Mayrleb vom Platz nahm und in Thomas Piermayr einen Mittelfeldspieler brachte. "Unser zentraler Mann Justice Majabvi hat während der Woche nicht konsequent trainieren können. Ich wollte die Mitte stärken. Das sind einfach die Entscheidungen, die man fällt", begründete Hamann den Wechsel. Er sah den Grund für die Niederlage woanders: "Wir haben zwei Tore aus Standardsituationen bekommen, die wir sehr schlecht verteidigt haben."
Beide Vereine konnten aus dem Match etwas für zukünftige Spiele mitnehmen. Für die Austria, die mit einer 1:2-Niederlage in Salzburg in die Saison gestartet war, war der Sieg in Linz der erste Auswärtssieg im Kalenderjahr 2009. Aber auch der LASK war vor allem wegen der Aufholjagd Ende der ersten Hälfte nicht am Boden zerstört. "Die Moral der Mannschaft war sensationell", lobte Mayrleb. Auch Metz fand es zwar "bitter", am Ende mit leeren Händen dazustehen, meinte aber: "Wir müssen das Positive mitnehmen."
(apa/red)
