Freitag, 24. Juli 2009

Mirna Jukic trägt Medaillenhoffnungen:
Auch historisches Schwimm-Gold möglich

  • Bruder Dinko lauert, Fragezeichen hinter Rogan
  • Schwimm-WM: Ein paar Final-Einzüge machbar

Die österreichischen Schwimmer gehen gerüstet in die am Sonntag beginnenden Langbahn-Bewerbe der 13. Weltmeisterschaften in Rom. Eine Ergebnis-Prognose ist freilich kaum machbar, da die Entwicklung auf dem Gebiet der Ganzkörperanzüge so viele Unbekannte in sich birgt. Viele Aktive können sich selbst nur schwer einschätzen, werden ihr Aha-Erlebnis erst im Wettkampf haben.

Fix ist freilich unverändert, dass die WM-Medaillen wie immer auf der 50-m-Bahn für die OSV-Asse sehr hoch hängen. Im Grunde gibt es mit Mirna und Dinko Jukic und mit Abstrichen Markus Rogan nur ein Trio aus dem 18-köpfigen Team, denen man einen Podestplatz zutrauen kann. Bei den Jukic-Geschwistern hängt das eher mit ihrer Leistungsentwicklung zusammen, bei Rogan mit seiner Erfahrung und Unberechenbarkeit.

So hat der Wiener bei den Kurzbahn-Weltmeisterschaften im April 2008 in Manchester just dann über 200 m Rücken mit Gold und Weltrekord zugeschlagen, als kaum einer auf ihn gesetzt hat. Auch diesmal tritt der 27-Jährige wieder über die lange Rückendistanz an, doch die Voraussetzung sind ganz anders als in England. Seit Olympia ist er auf seiner einstigen Paradestrecke nicht mehr geschwommen, die Ausdauer hat gelitten.

Dennoch ist dem Europameister eine Chance auf den Finaleinzug zuzutrauen, und dann ist abzuwarten. Ausschließen kann man bei Rogan kaum etwas. Über 100 m bot der OSV-Star zwar zuletzt bei der Universiade eine starke Steigerung, ein Aufschließen zu den absoluten Medaillenanwärtern scheint aber kaum machbar. Im Rückensprint wird der zweifache Olympia-Zweite 2004 schon froh sein müssen, das Semifinale zu erreichen.

Weltspitze
Anders die Situation bei Mirna Jukic. Sie ist über 200 m Brust absolute Medaillenkandidatin, sogar Gold scheint möglich. Ein Titelgewinn wäre der erste für Österreich in der Langbahn-WM-Geschichte. Hinsichtlich der Nennzeiten liegt die Wienerin mit ihrem Europarekord zwar rund zwei Sekunden hinter den Schnellsten zurück. Doch waren die erst vor kurzem mit der schnellsten Anzug-Generation unterwegs, Jukic hingegen schon seit April nicht mehr.

Über 100 m Brust gilt Ähnliches wie für Rogan über 100 m Rücken. Zudem kommen die Favoriten über diese Distanz mehrheitlich nicht aus Europa, zumindest Jukic gehört nicht dazu. Bei ihrem Bruder ist abzuwarten, nachdem er sich gegen die Verwendung eines Ganzkörperanzugs ausgesprochen hat. Fühlt sich der 20-Jährige in seiner Schwimmhose wohl, hilft das zumindest mental. Über 200 m Delfin und 400 m Lagen fühlt er sich am stärksten.

Absolute Finalchancen hat Fabienne Nadarajah. Schon 2005 in Montreal war die Wienerin im Delfin-Sprint Vierte geworden, eine Verbesserung dieser Platzierung und damit ein Podestplatz wäre aber eine Überraschung. Chancen auf eine Endlauf-Teilnahme hat auch Dominik Koll, der Linzer war über 200 m Kraul 2007 WM-9. und 2008 Olympia-13. Diesmal fühlt sich der 24-Jährige über 400 m Kraul aber fast noch stärker.

Eine Final-Teilnahme hat auch Jördis Steinegger als Ziel ausgegeben. Das zu erreichen, wäre eine hervorragende Leistung. Birgit Koschischek hätte das Potenzial, auch einmal in diesen Bereich aufzuschließen. Vielleicht gelingt das der Wienerin schon in Rom. Bei Hunor Mate und Nina Dittrich, David Brandl und Sebastian Stoss sind Ränge im Semifinal-Bereich zu erhoffen, vielleicht schaffen das auch Routinier Maxim Podoprigora und Florian Janistyn.

Für Dominik Dür und Martin Spitzer wird sich das vermutlich nicht ausgehen, für sie war schon die Qualifikation für ihre erste Langbahn-WM ein großer Erfolg. Freilich sind sie für persönliche Bestzeiten (Dür) sowie auch für OSV-Rekorde (Spitzer) gut. Bestzeiten haben sich auch Bernhard Wolf, Verena Klocker und Erwin Dokter zum Ziel gesetzt. Das Trio wurde nachnominiert, weshalb es die Vorbereitungszeit auch nicht optimal gestalten konnte.

(apa/red)

24.7.2009 16:37