Dienstag, 21. Juli 2009

Matschiner belastet Bernhard Kohl schwer: Soll EPO mehrmals weitergegeben haben

  • Eine Übergabe offenbar durch Zeugen belegbar
  • Kohl-Anwalt dementiert erhobene Anschuldigungen

Stefan Matschiner belastet Ex-Radprofi Bernhard Kohl schwer. Der Oberösterreicher, der den Dopingsünder als Manager betreute, bezichtigt Kohl der Weitergabe von Dopingsubstanzen an ehemalige Teamkollegen im deutschen Gerolsteiner Rennstall. "Kohl hat Ex-Gerolsteiner-Kollegen ein paar Mal mit Dynepo bedient. Das weiß ich bzw. muss ich wissen, weil er es von mir ja bekommen hat", erklärte Matschiner, dem wegen Handel mit Dopingsubstanzen und Blutdoping ein Strafverfahren droht, gegenüber "orf.at".

Einem deutschen Gerolsteiner-Fahrer habe Kohl, der nach der Tour de France des Dopings überführt worden war, "nicht nur einmal" illegale Mittel übergeben. Dies sei 2007 während der Tour de France und 2008 passiert. "Da war ich indirekt involviert, habe also keinen Zeugen", bekannte Matschiner jedoch.

Mit einem Augenzeugen belegen könne Matschiner hingegen eine andere Übergabe an einen weiteren Gerolsteiner-Fahrer, der noch aktiv sei. "Einer meiner Mitarbeiter traf sich mit ihm in Rosenheim und überreichte ihm zwei Schachteln Dynepo. Ich habe also einen Zeugen. Er kann das belegen", sagte Matschiner, der als einer der Schlüsselfiguren im Dopingskandal um Kohl, Triathletin Lisa Hütthaler und angebliches Blutdoping von in- und ausländischen Spitzenathleten gilt. Der Ertrag für die Dopingsubstanz sei dann zwischen Kohl und seinem Profikollegen geflossen und schließlich bei Matschiner gelandet. Er selbst habe die Dopingsubstanzen aus verschiedensten Quellen in Österreich und im Ausland bezogen, meinte der Oberösterreicher weiter.

Anwalt dementiert
Rechtsanwalt Manfred Ainedter dementierte gegenüber der APA - Austria Presse Agentur die Anschuldigungen gegen seinen Mandanten. "Tatsache ist, dass Bernhard Kohl nichts weitergegeben hat und demnach auch kein Geld kassiert hat", betonte Ainedter. Kohl habe einen Gerolsteiner-Teamkollegen, der ihn auf Dopingmittel angesprochen habe, im Jahr 2007 vielmehr an Matschiner weiterverwiesen. Kohl selbst war für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar.

(apa/red)

21.7.2009 14:55