Zelaya wartet an Grenze zu Honduras: Gestürzter Präsident will seine Familie sehen
- Zusammenstöße zwischen Anhängern und Polizei
- Bei Einreise droht durch Regierung Verhaftung

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Verhandlungen stecken in einer neuen Sackgasse
Der gestürzte honduranische Präsident Zelaya bleibt an der Grenze zu seinem Heimatland. Nach einer kurzzeitigen symbolischen Rückkehr nach Honduras ließ sich Zelaya auf nicaraguanischer Seite der Grenze nieder. Er forderte, dass seiner Familie ein Treffen mit ihm erlaubt werde. Er wolle Verhandlungen über eine Beilegung der Krise eine weitere Chance geben, betonte Zelaya. Unterdessen wurde in der Nähe ein Anhänger Zelayas tot aufgefunden, der Misshandlungsspuren aufwies.
Seine Ehefrau Xiomara Castro war auf dem Weg zur Grenze von Polizei und Soldaten gestoppt worden. Zelaya war an die Grenze gefahren, nachdem er sie bereits am Vortag kurz zu Fuß überschritten hatte. Er wolle Verhandlungen über eine Beilegung der Krise eine weitere Chance geben, betonte Zelaya.
Zusammenstöße zwischen Anhängern und Sicherheitskräften
In der rund zehn Kilometer entfernten Stadt El Paraiso wurde ein 25-jähriger Anhänger Zelayas tot aufgefunden, der offenbar von honduranischen Polizisten geschlagen worden war. Augenzeugen zufolge wurde der aus Tegucigalpa angereiste Mann festgenommen, als er an den Kundgebungen für Zelaya teilnehmen wollte. Kurz vor dem Grenzübertritt Zelayas war es bereits zu Zusammenstößen zwischen seinen wartenden Anhängern und den Sicherheitskräften gekommen.
Bei Einreise droht Verhaftung
Die Übergangsregierung bekräftigte, sie werde Zelaya im Falle seiner Rückkehr nach Honduras festnehmen lassen. Am Grenzübergang schritt sie aber nicht ein, da sich Zelaya praktisch noch im Niemandsland befand, wie der stellvertretende Sicherheitsminister Perdomo erklärte. Übergangspräsident Micheletti kritisierte die Aktion jedoch als "unverantwortlich und schlecht durchdacht".
Zelaya wurde am 28. Juni von politischen Gegnern unter Mitwirkung der Streitkräfte gestürzt, nachdem er trotz einer gegenteiligen Entscheidung des Höchstgerichts eine Volksabstimmung über Verfassungsänderungen ansetzen wollte. Zelaya hatte bereits am 5. Juli versucht, nach Honduras zurückzukehren, doch blockierten die Streitkräfte vor der Landung seines Flugzeugs die Landebahn auf dem Flughafen der Hauptstadt Tegucigalpa.
(apa/red)
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