Folter in Gefängnissen: Amnesty erhebt
schwere Vorwürfe gegen Saudi-Arabien
- Bericht: Schläge und Elektroschocks keine Seltenheit
- Kritik am Westen: Staaten schweigen zu Vorfällen

Unter dem Titel "Saudi-Arabien: Menschenrechtsverletzungen im Namen der Terrorbekämpfung" hat die Menschenrechtsorganisation Amnesty International einen Bericht über die Situation im arabischen Königreich veröffentlicht. Saudi-Arabien hält nach Angaben von Amnesty International mehr als 3.100 Terrorverdächtige in Geheimgefängnissen gefangen und setzt bei Verhören Folter ein. Verdächtige würden Foltermethoden wie schweren Schlägen, Elektroschocks und Schlafentzug ausgesetzt, um ihnen Geständnisse abzupressen, erklärte die Menschenrechtsorganisation in einem Bericht zur Lage in Saudi-Arabien. Amnesty kritisierte die Staaten des Westens wegen ihres Schweigens angesichts der Verstöße in Saudi-Arabien.
"Die Anti-Terror-Maßnahmen haben die düstere Lage der Menschenrechte in Saudi-Arabien noch verschlimmert", fasste Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty International Österreich, die Hauptaussage des Berichts in einer Aussendung zusammen.
Westliche Staaten schweigen
"Die Misshandlungen finden hinter einer Mauer des Schweigens statt. Die meisten werden für Jahre isoliert, bekommen kein Gerichtsverfahren oder Zugang zu Anwälten", berichtete Patzelt. "Aufgrund des internationalen Einflusses hat die saudi-arabische Regierung ein leichtes Spiel, mit diesen menschenrechtswidrigen Methoden durchzukommen, und die internationale Gemeinschaft schweigt dazu."
Der Bericht wird von Empfehlungen an die saudi-arabische Regierung abgeschlossen. In diesen ruft Amnesty unter anderem zu einer Angleichung jener Gesetze an internationale Menschenrechtsstandards auf, die sich mit der Bekämpfung des Terrorismus beschäftigen. Auch die sofortige und bedingungslose Freilassung aller Häftlinge, die rein wegen der Ausübung ihres Rechts auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit festgehalten werden, sowie eine umfassende Implementierung der Menschenrechte werden gefordert.
Saudi-Arbien weist Anschuldigungen zurück
Ein Vertreter des Innenministeriums in Riad wies die Anschuldigungen jedoch zurück. Häftlinge würden respektvoll und in Übereinstimmung mit den Menschenrechten behandelt, sagte Abdulrahman Alhadlaq. Amnesty hingegen betonte, dass die meisten Menschenrechtsverletzungen hinter einer Mauer der Geheimhaltung stattfinden würden. Viele Häftlinge würden jahrelang von Außenwelt und Anwälten abgeschirmt. (apa/red)
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