In Teheran wird wieder demonstriert:
Opposition und Polizei in Konfrontation
- Demonstranten ignorieren das Versammlungsverbot
- Ahmadinejad will an seinem Vizepräsident festhalten

·Iranische Opposition meldet sich zurück
Hunderttausende gehen auf Teherans Straßen
·Verwirrung um Ahmadinejads Vize
Iran: Mashaie dementiert Meldungen über Rücktritt
·Iran verschärft seine Medienzensur erneut
Bald neues Gesetz: Nur
"objektive Kritik" zulässig
·Iran: "Kraftvolle" Außenpolitik kommt
Ahmadinejad: Austausch mit übriger Welt geplant
·Iraner lassen sich Stimme nicht nehmen
BILDER: Proteste trotz Demoverbot und Zensur
Rund einen Monat nach der umstrittenen Präsidentenwahl im Iran sind in Teheran wieder Demonstranten auf die Straße gegangen - trotz einer Warnung des obersten geistlichen Führers des Landes. Laut Augenzeugen kam es dabei erneut zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Polizei und Oppositionellen.
Die Sicherheitskräfte hätten Demonstranten verprügelt, die trotz eines Versammlungsverbots auf dem Haft-e-Tir-Platz im Zentrum der Hauptstadt zusammengekommen seien, hieß es in ersten Augenzeugenberichten. "Hunderte Bereitschaftspolizisten und Leute in Zivil verprügeln Menschen, die sich zur Unterstützung von (Oppositionsführer Mir-Hossein) Moussavi versammelt haben", berichtete ein Zeuge. Die Anhänger der Reformkräfte hätten in Sprechchören den Rücktritt des zum Wahlsieger erklärten Präsidenten Ahmadinejad gefordert und lautstark "Tod dem Diktator" gerufen. Dutzende Demonstranten seien festgenommen und in Polizeiwagen weggefahren worden.
Zuletzt hatten in der vergangenen Woche während des Freitagsgebets Anhänger des offiziell unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Moussavi gegen das Wahlergebnis demonstriert. In seiner Predigt hatte der reformorientierte frühere Präsident Rafsanjani das Wahlergebnis in Zweifel gezogen und von einer Krise in der Islamischen Republik gesprochen.
Die Opposition beschuldigt der Regierung, die Präsidentenwahl vom 12. Juni zugunsten von Amtsinhaber Ahmadinejad gefälscht zu haben. Die Führung des Landes bestreitet das.
Ahmadinejad hält unterdessen trotz massiver Kritik an seinem Stellvertreter an dem umstrittenen Esfandiar Rahim Mashaie fest. Dieser werde weiterhin sein erster Vizepräsident bleiben, betonte er. "Mashaie ist einer der treuesten Diener der Revolution und des Volkes, er wurde zum Vizepräsidenten ernannt und er bleibt auch in diesem Amt", sagte der Staatschef.
(apa/red)
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