"Warte im Bett auf mich": Premier Silvio
Berlusconi sorgt erneut für einen Skandal
- Brisante Telefongespräche mit Call-Girl aufgetaucht
- Patrizia soll eine Nacht mit Berlusconi verbracht haben
Partys, Edelhuren und Call-Girls! Italiens Premier Silivio Berlusconi gerät erneut in Erklärungsnot. Nach zahlreichen Gerüchten um Affären und ausschweifende Feiern sind jetzt neue brisante Details aufgetaucht: Das linksorientierte italienische Wochenmagazin "L'Espresso" veröffentlichte auf seiner Webseite Gespräche zwischen dem Call-Girl Patrizia D'Addario und dem Ministerpräsidenten. Dabei soll Berlusconi die Frau unter anderem aufgefordert haben auf ihn im Bett zu warten.
Die aus der süditalienischen Stadt Bari stammende D'Addario behauptet, im vergangenen November in Berlusconis Privatresidenz in Rom, Palazzo Grazioli, eine Nacht mit dem Premier verbracht zu haben. Auf den Bändern soll Berlusconi die Frau unter anderem dazu auffordern sie möge "im großem Bett" auf ihn warten.
Veröffentlicht wurde auch ein Telefongespräch zwischen D'Addario und Giampaolo Tarantini, einem süditalienischen Unternehmer, gegen den Justizermittlungen wegen mutmaßlicher Korruption und Ausnutzung der Prostitution laufen. Tarantini soll Berlusconi D'Addario als Call-Girl vermittelt haben.
Anwalt droht mit rechtlichen Schritten
Berlusconis Anwalt Nicolo Ghedini drohte nun mit juristischer Härte "gegen jeden, der dieses Material benutzt". Der Regierungschef, der in der Vergangenheit Berichte über Treffen mit Prostituierten stets zurückgewiesen hatte, hüllte sich bisher in der Öffentlichkeit in Schweigen zu der jüngsten Veröffentlichung. Berlusconi soll nur im privaten Kreis gezürnt und erklärt haben, er setze darauf, dass sich das Ganze in Luft auflöse: "Ich werde mich nicht davon beeinflussen lassen".
Partys, Prostituierte und Sex gegen Bezahlung?
Die Affäre rund um Partys und Prostitution, die Berlusconi arg unter Druck setzt, wurde von D'Addario ausgelöst. Diese hatte im Juni in einem Interview und vor den Ermittlern berichtet, dass sie im vergangenen Herbst gemeinsam mit dem mit Berlusconi befreundeten Unternehmer Tarantini zu zwei Partys in Berlusconis Privatresidenz Palazzo Grazioli eingeladen worden sei. Dafür seien ihr 2.000 Euro versprochen worden. Da sie bei Berlusconi nicht übernachtet hatte, wurden ihr angeblich nur 1.000 Euro gezahlt. Ein zweites Mal habe sie bei Berlusconi die Nacht verbracht, aber dafür kein Geld bekommen.
Der Minister für die Umsetzung des Regierungsprogramms, Gianfranco Rotondi, beschuldigte unterdessen linksorientierte Medien, jegliche Form von Ethik im Journalismus zu verletzen, um Berlusconi einzuschüchtern. Die Hetzkampagne gegen Berlusconi sei skandalös. (apa/red)
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