BP Fischer eröffnete "Spiel der Mächtigen": 89. Salzburger Festspiele gehen über Bühne
- Verhältnis zwischen Autor und Regisseur zentral
- 37 Tagen 198 Veranstaltungen an 14 Spielstätten

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Bundespräsident Fischer hat in der Felsenreitschule die 89. Salzburger Festspiele eröffnet. Die Festrede hielt der 34-jährige Autor Daniel Kehlmann. Das Festival steht heuer unter dem Generalthema "Das Spiel der Mächtigen". Rund 190 Veranstaltungen auf 14 Spielstätten stehen bis 30. August auf dem Programm. Am Abend fand die Premiere von Händels "Theodora" statt.
Der Bundespräsident würdigte in seiner Eröffnungsrede anlässlich des Staatsbesuchs von Portugals Präsidenten Silva die hervorragenden Beziehungen zwischen beiden Ländern. Fischer erinnerte zudem an den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, der sich heuer zum 70. Mal jährt. Das Generalmotto der diesjährigen Salzburger Festspiele "Das Spiel der Mächtigen" stellte Kulturministerin Schmied in den Mittelpunkt ihrer Rede. Schmied ging vor allem auf die "Macht" ein und spannte dabei einen kritischen Bogen von der politischen Macht zur Macht der Kultur.
Kritischen Betrachtung des sogenannten Regietheaters
Kehlmann nutzte seine Rede zu einer kritischen Betrachtung des sogenannten Regietheaters: "Irgendwie ist es in den vergangenen Jahrzehnten dahin gekommen, dass die Frage, ob man Schiller in historischen Kostümen oder besser mit den inzwischen schon altbewährten Zutaten der sogenannten Aktualisierung aufführen solle, zur am stärksten mit Ideologie befrachteten Frage überhaupt geworden ist. Eher ist es möglich, unwidersprochen den reinsten Wahnwitz zu behaupten, als leise und schüchtern auszusprechen, dass die historisch akkurate Inszenierung eines Theaterstücks einfach nur eine ästhetische Entscheidung ist, nicht besser und nicht schlechter als die Verfremdung, auf keinen Fall aber ein per se reaktionäres Unterfangen."
Die erste Opernpremiere zum Auftakt der Salzburger Festspiele fand am Abend statt. "Theodora" von Georg Friedrich Händel wurde ein rundum gefeierter Erfolg. Der Grund dafür ist die hervorragende Arbeit des Regieteams von Christof Loy und der Musiker um Dirigent Ivor Bolton. Mit dabei war auch die geballte Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Unter den Gästen waren Fürstin Gloria von Thun und Taxis, Moderator Thomas Gottschalk, Bundeskanzler Faymann, Bundespräsident Fischer und sein portugiesischer Kollege Silva sowie "Jedermann" Peter Simonischek.
(apa/red)

