Die Salzburger Festspiele suchen eine Interimsleitung: Flimm geht schon früher
- Verlässt die Festspiele vorzeitig im September 2010
- Nachfolger Pereira kommt aber erst im Oktober 2011

Der Intendant der Salzburger Festspiele, Jürgen Flimm, darf Salzburg schon 2010 in Richtung Berlin verlassen. Wie Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller bestätigte, wurde die Vertragsauflösung unterschrieben. Flimm ist damit berechtigt, ab 1. Oktober 2010 einen Vertrag als Intendant der Berliner Staatsoper unter den Linden zu unterzeichnen, in Salzburg kommt es bis zum Amtsanritt Alexander Pereiras 2011 zum Interregnum. Der Festspielsommer 2011 ist daher Gegenstand einer Dringlichkeitssitzung.
"Wir haben eine Einigung erzielt, mit der beide Seiten sehr zufrieden sind. Professor Flimm wird sich mit voller Arbeitskraft der Vorbereitung der Festspiele 2010 widmen und kann unter klarer Prioritätensetzung für die Festspiele seine Intendanz in Berlin vorbereiten. Bis Anfang Oktober 2010 haben die Salzburger Festspiele absoluten Vorrang", sagte Festspielfonds-Vorsitzende Landeshauptfrau Gabi Burgstaller. "Es war mir ein großes Anliegen, die offenen Fragen noch vor Eröffnung der Festspiele zu klären", so Burgstaller in einer Aussendung.
"Ich bin sehr zufrieden, dass es gelungen ist, die Wogen der vergangenen Wochen zu glätten. Landeshauptfrau Burgstaller hat sich in diesem Zusammenhang maßgeblich für eine Einigung eingesetzt", erklärte Flimm bei der Vertragsunterzeichnung. Beide zeigten sich hoffnungsvoll, dass nun die morgen, Samstag, beginnende Festspielsaison ins ungeteilte Rampenlicht rücken wird. "Wir freuen uns auf die erste Premiere des heurigen Festspielsommers, Georg Friedrich Händels Theodora, die morgen Samstag im Großen Festspielhaus stattfinden wird", so Burgstaller und Flimm.
Flimm darf sich "nebenbeschäftigen"
Unbeschadet des Konkurrenzverbotes im Anstellungsvertrag ist Flimm nun berechtigt ab 1. Oktober 2009 unter Wahrung seiner Verpflichtungen gegenüber den Salzburger Festspielen eine Nebenbeschäftigung in Form von Vorbereitungsarbeiten als künftiger Intendant der Berliner Staatsoper auszuüben. "Bis zum 30. September 2010 haben die Verpflichtungen gegenüber den Salzburger Festspielen absolute Priorität", heißt es in der heute unterzeichneten Abänderungs- und Auflösungsvereinbarung.
"Reisende soll man nicht aufhalten"
Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler wollte die vorzeitige Auflösung von Flimms Vertrag nicht kommentieren, Bürgermeister Heinz Schaden, Vertreter der Stadt Salzburg im Festspielkuratorium, sagte: "Reisende soll man nicht aufhalten, das ist mein entschärfter Kommentar zu Flimms Abgang aus Salzburg." Der nun vorzeitig entlassene Intendant "war ja ein wirtschaftlich und auch künstlerisch durchaus erfolgreich für die Salzburger Festspiele. Aber ich hätte mir halt gewünscht, dass wir von seinen Berliner Plänen nicht aus den Medien erfahren hätten. So etwas muss in den Gremien ausgeredet werden."
Mit der jetzt ausgehandelten Lösung gab sich Schaden zufrieden. "Das ist ein Kompromiss, den ich mittrage." Vom künftigen Intendanten Alexander Pereira erwartet Schaden die volle Amtszeit von fünf Jahren. "Ich glaube Pereira nimmt die Sache sehr ernst."
(apa/red)

