Mittwoch, 22. Juli 2009

"Ring frei" für die Bregenzer Festspiele:
Bundespräsident Fischer eröffnet Seebühne

  • Verdi-Oper "Aida" wird heuer eindeutiger Höhepunkt
  • Fischer würdigte traditionsreiches Kunst-Bewusstsein

Bundespräsident Heinz Fischer hat die 64. Bregenzer Festspiele (bis 23. August) eröffnet. Im Zentrum des Festspielsommers steht die Verdi-Oper "Aida" auf der Seebühne, deren Premiere am Eröffnungsabend in den vergangenen Wochen mit großer Vorfreude entgegengefiebert wurde. Einen weiteren Höhepunkt bildet die Oper im Festspielhaus, "König Roger". Insgesamt stehen unter dem Motto "Sinn und Sinnlichkeit" in vier Wochen beinahe 100 Veranstaltungen auf dem Programm. Aufgelegt sind rund 210.000 Tickets, davon entfallen 192.000 Karten auf "Aida". Die "Aida"-Vorstellungen sind bereits zu über 80 Prozent gebucht.

Bundespräsident Fischer würdigte in seiner Rede das traditionsreiche Kunst-Bewusstsein, das sich mit lebendiger gegenwärtiger Produktion verbinde. Mit dieser Philosophie würden die Bregenzer Festspiele weithin sichtbar dazu beitragen, den hohen Stellenwert von Kunst und Kultur in Österreich zu festigen und weiterzuentwickeln.

Angesichts der zahlreichen Erfolge österreichischer Künstler wünscht sich Fischer, ihnen "mit vereinten Kräften noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken und unseren Respekt für ihre Leidenschaft, für ihre Energie und für die Qualität ihrer Arbeit zum Ausdruck zu bringen". Kunst sei auch Risiko, "eine Expedition in ein unbekanntes Land. Und jede Expedition, jede Erkundung von Neuem kann scheitern", so Fischer laut vorab verbreiteter Rede. "Aber ähnlich wie ein wissenschaftliches Experiment kann auch Kunst selbst im Scheitern einen Weg in die Zukunft ebnen."

Kunst im Dienste der Politik
Das Motto "Sinn und Sinnlichkeit" der heurigen Festspiele scheine auf den ersten Blick "ein politikfernes, ja ein unpolitisches Motto zu sein", in Anlehnung an Friedrich Schillers "Briefe zur ästhetischen Erziehung des Menschen" sei es aber "letztlich die Kunst, die Vernunft und Sinnlichkeit versöhnt, den Menschen ästhetisch wie moralisch bildet und damit auch Polis und Politeia, also der Heimat und dem Gemeinwohl dient." Polis und Politeia zu dienen heiße auch "heute unsere Demokratie mit Leben zu erfüllen, die Menschenrechte ernst zu nehmen und zu verteidigen", so der Bundespräsident.

Nicht nur die Musik sei - wie Joseph Haydn einmal gemeint hat - eine Sprache, die die ganze Welt versteht, "sondern die Kunst schlechthin kann dazu ihren Beitrag leisten. Indem ich für dieses Bündnis zwischen Demokratie, Humanität und Kunst werbe, erkläre ich die Bregenzer Festspiele 2009 für eröffnet und wünsche allen die daran beteiligt sind und mitarbeiten den besten Erfolg."

Die Eröffnungsfeier im Großen Saal des Bregenzer Festspielhauses, an der neben Bundespräsident Fischer auch Bundeskanzler Werner Faymann, Vize-Kanzler Josef Pröll sowie zahlreiche Regierungsmitglieder teilnahmen, war geprägt von viel Musik, etwa von Karol Szymanowski, Wagner und Gershwin.
(apa/red)

22.7.2009 13:12

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