Graf für Rückkehr Südtirols zu Österreich: Laut LH Durnwalder & Platter "unrealistisch"
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Der Tiroler Landeshauptmann Platter hat dem vom Dritten Nationalratspräsidenten Graf aufs Tapet gebrachten Vorschlag einer Volksabstimmung über eine Rückkehr Südtirols zu Österreich eine Absage erteilt. Graf solle sich eher "seiner Verantwortung als Dritter Nationalratspräsident" bewusst sein und sich "mit solchen unüberlegten und unrealistischen Aussagen zurückhalten", betonte Platter am Sonntag.
Die Grenzen seien schon lange gefallen, sagte Platter: "Wir leben heute im Herzen eines gemeinsamen Europa." Die Zusammenarbeit zwischen Nord- und Südtirol sei "so gut wie noch nie". Zudem habe man gerade im Gedenkjahr 2009 Initiativen gestartet, um die "Achse Innsbruck-Bozen" weiter zu stärken. "Wir richten im Gedenkjahr den Blick nach vorne, anstatt über neue Grenzziehungen zu diskutieren", argumentierte er.
Auch Durnwalder dagegen
Zuvor hatte der Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder den Vorschlag bereits als "unrealistisch und unverantwortlich" zurückgewiesen. Zudem würde eine derartige Abstimmung derzeit keine Mehrheit unter der Bevölkerung Südtirols finden.
Graf hatte in einem Interview mit der "Presse am Sonntag" gesagt, dass Südtirol "derzeit italienisches Territorium" sei und den Südtirolern das Selbstbestimmungsrecht zugebilligt werden müsse, das ihnen nach dem Ersten Weltkrieg vorenthalten worden sei. Bei einer Volksabstimmung solle gefragt werden, "ob es ein Tirol geben kann".
Angesichts der schwindenden Bedeutung von Staatsgrenzen im zusammenwachsenden Europa sei es heute auch nicht mehr so schwierig, "eine Selbstbestimmungsfrage zuzulassen", argumentierte Graf mit der gemeinsamen EU-Mitgliedschaft Österreichs und Italiens. Wo die Volksabstimmung stattfinden sollte - nur in Südtirol oder etwa auch in Tirol - sagte Graf nicht explizit.
(apa/red)
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