Doch ein Kandidat der ÖVP für die Hofburg?
Pröll hält seiner Partei alle Optionen offen
- Pröll: Heinz Fischer kein unabhängiger Kandidat
- Keine Namen, Entscheidung frühestens im Herbst

·Fischer geht nicht für SPÖ ins Wahlrennen
Unparteiliche Kandidatur wäre aber eine Option
·Echo aus dem Volk
"macht mich sicher"
Die oberste Polit-Instanz Fischer im NEWS-Talk
·Hofburg: Auch Pröll in Abwarteposition
NEWS: Lässt genauso wie
Fischer Kandidatur offen
·Van der Bellen ein Hofburg-Kandidat?
BP-Wahl: Antreten für Glawischnig eine Option
ÖVP-Obmann Josef Pröll hat seine als Lob interpretierten Aussagen über Bundespräsident Heinz Fischer relativiert, diesem eine SPÖ-Schlagseite attestiert und deutliche Signale für einen ÖVP-Kandidaten ausgesendet. "Um das ein für alle Mal klarzustellen: In der ÖVP ist die Option für einen eigenen Kandidaten oder eine Kandidatin für dieses wichtige Amt absolut aufrecht", hielt er gegenüber der APA fest. Die ÖVP beschäftige sich "mit der Wahlauseinandersetzung zunehmend intensiver", konkrete Entscheidungen sollen "möglichst spät im Herbst" fallen, um "den Wahlkampf sehr kurz zu halten".
Pröll hatte dem amtierenden Präsidenten zuvor in einem Interview mit mehreren Zeitungen eine "sehr bürgernahe Politik" attestiert und gemeint, "in puncto Gleichbehandlung der Parteien" gebe es "nichts auszusetzen". Prompt wurde ihm das in Medien als Lob für Fischer und ein Hinweis, dass dieser als gemeinsamer Kandidat in die Wahl im April 2010 geschickt werden könnte, ausgelegt.
Also trat der Vizekanzler und Finanzminister umgehend an, um festzuhalten: Gar so zufrieden sei man mit Fischer auch wieder nicht. "Heinz Fischer kommt aus dem Zentrum des SPÖ. Es hat auch in seiner Amtsführung parteipolitische Stellungnahmen abgegeben, die manchen in der ÖVP und auch mir durchaus aufgestoßen sind. Etwa zum Schulsystem, zur Vermögensbesteuerung, zuletzt beim Gewerkschaftstag." Dass Fischer sich im Falle einer Wiederkandidatur als unabhängiger Kandidat positionieren will, nimmt ihm Pröll nicht ab. "Wenn er aus dem Herzen der SPÖ kommt, kann man durch fünf Jahre Tätigkeit als Bundespräsident diese jahrzehntelange Vergangenheit nicht einfach wegwischen."
"Dieses wichtige Amt muss absolute Option sein"
Für Pröll liegt auf der Hand, "dass eine große Volkspartei wie die ÖVP natürlich in Betracht ziehen muss, dass dieses wichtige Amt - das in der Vergangenheit auch von vielen von der ÖVP nominierten Kandidaten eingenommen wurde - eine absolute Option sein muss". Hinweise darauf, wen man ins Rennen schicken könnte, gibt er weiterhin nicht preis. Zu seinem Onkel, dem Niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll, hält der VP-Chef einmal mehr fest: "Er ist sicher einer, der diese Funktion jederzeit bravourös und für Österreich bestmöglich ausfüllen kann. Aber die Personen werden zum gegebenen Zeitpunkt zu entscheiden sein." Und zwar "möglichst spät im Herbst", um "den Wahlkampf kurz zu halten".
Dass ein ÖVP-Kandidat - oder eine Kandidatin, das Geschlecht spielt laut Pröll "keine vordergründige Rolle" - durch den Amtsbonus Fischers von vornherein als Verlierer antreten würde, glaubt er nicht: "Das ist kein geschriebenes Naturgesetz. Wenn man bessere Leute hat, können sie auch gewinnen."
(apa/red)
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