Freitag, 24. Juli 2009

Die Unwetter-Nacht ramponiert Österreich:
Hagel, Sturm & Blitz bringen Verwüstungen

  • Teile Flachgaus zum Katastrophengebiet erklärt
  • Mann in Wien von Ast getroffen - schwer verletzt
    Feuerwehren des ganzen Landes im Großeinsatz

Schwere Schäden haben Unwetter am Donnerstagabend und in der Nacht auf Freitag in weiten Teilen Österreichs angerichtet. Am schwersten betroffen waren Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Niederösterreich, die Steiermark und Wien. Nur Kärnten kam gänzlich regenfrei durch die Nacht. In Wien wurde ein Mann von einem Ast getroffen und lebensgefährlich verletzt.

Der 32-Jährige erlitt an der Alten Donau in einem Gastgarten eine Gehirnblutung, zahlreiche Wirbelbrüche, die zumindest eine Querschnittslähmung nach sich ziehen dürften, sowie einen Bruch des Gesichtsknochens. Die Wiener Feuerwehr war im Dauereinsatz, allein in der Nacht gab es rund 450 Einsätze zusätzlich. Auf der Donau lief das Ausflugschiff Tegetthoff in Döbling auf Grund und musste ausgepumpt werden. Die Wiener Landwirtschaftskammer bezifferte die Schädenmit bis zu vier Mio. Euro.

Großeinsatz in Niederösterreich
Auch in Niederösterreich gab es einen Großeinsatz der Feuerwehren. Es waren rund 300 Feuerwehren mit 3.800 Mann im Einsatz. Schwere Verwüstungen gab es vor allem in den Bezirken Tulln, Gänserndorf und St. Pölten. Im Raum Neulengbach brach der Sturm zwei Stahlmasten der EVN ab. Rund 50.000 Haushalte im ganzen Bundesland waren vorübergehend ohne Strom.

Vier Verletzte in Niederösterreich
Vier Verletzte, zehn Mio. Euro Schaden an landwirtschaftlichen Flächen, 500 Gebäudeschäden - so lautet die vorläufige Unwetter-Bilanz in Oberösterreich. 5.400 Mann der Feuerwehren leisteten bei über 920 Einsätzen insgesamt 30.000 Stunden Hilfe. In der Landwirtschaft sind ersten Schätzungen zu Folge 40.000 Hektar betroffen.

Katastrophengebiete in Salzburg
In Salzburg war der nördliche Flachgau am stärksten betroffen, wo mehrere Gemeinden zum Katastrophengebiet erklärt wurden. Tennisballgroße Hagelkörner und heftige Sturmböen verursachten zahlreiche Beschädigungen. Im Pinzgau entstand bei Dienten am Hochkönig durch Blitzschlag ein Waldbrand.

Verwüstungen in Tirol
In Tirol sorgten Sturmböen und Hagelkörner für Verwüstungen. Hauptbetroffen von den Unwettern waren die Bezirke Kufstein und Kitzbühel. In der Obersteiermark waren die Bezirke Liezen und Mürzzuschlag besonders stark betroffen. Im Burgenland fielen die Unwetter eher harmlos aus.

(apa/red)

24.7.2009 15:52