Das Wunder im steirischen Gesäuse: Sechs Tage verletzt im Freien liegend überlebt
- Litauischer Wanderer hatte beide Beine gebrochen
- Regen und Kälte mit kurzer Sommerkleidung überlebt

Ein 22 Jahre alter, seit Mittwoch vergangener Woche abgängiger Wanderer aus Litauen ist im obersteirischen Gesäuse entdeckt und gerettet worden. Dies teilte der ÖAMTC mit. Zwei Bergsteiger hatten den jungen Mann, der sich bei einem Sturz beide Beine gebrochen hatte, gesehen und die Einsatzkräfte alarmiert. Der Litauer hatte sechs Tag bei teilweise Regen und Kälte und nur mit kurzer Sommerkleidung überlebt. Er wurde mit dem Christophorus 15-Hubschrauber des ÖAMTC geborgen und ins LKH Amstetten in Niederösterreich geflogen.
Der junge Mann hatte vergangene Woche gemeinsam mit Freunden auf dem Campingplatz in Gstatterboden (Bezirk Liezen) genächtigt, am Mittwochnachmittag machte er sich zu einer Wanderung auf, allerdings ohne seinen Freunden darüber genaue Angaben zu machen. Der junge Mann setzte später noch ein SMS ab, wonach er bald wieder da sein werde, erschien aber nicht. Die Alpinpolizei und die Bergrettung sowie Feuerwehr und Wasserrettung suchten in den vergangenen Tagen die Wege und mögliche Routen in der Umgebung ab, auch Hubschrauber des Innenministeriums sowie des ÖAMTC wurden dazu eingesetzt.
Am Montag kam dann die Meldung an die Einsatzkräfte: Zwei Bergsteiger hatten den abgestürzten Mann gefunden. Während einer beim Verunglückten blieb, machte sich der andere sofort auf, um Hilfe zu holen. Die Besatzung des alarmierten C15 aus Ybbsitz (NÖ) musste dennoch noch einige Zeit suchen, bis die Stelle im schwierigen Gelände im Bereich des Großen Ödstein (2.335 Meter) ausgemacht war. Der Verletzte wurde vom Notarzt versorgt und mit einer 50-Meter-Seilbergung aus seiner misslichen Lage geholt. Laut einem ÖAMTC-Mitarbeiter sei seine Kleidung und Ausstattung für die Alpinlage absolut unzureichend gewesen, es sei ein Wunder, dass der Mann die Tage im Freien mit solchen Verletzungen überstanden habe.
(apa/red)
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