Donnerstag, 16. Juli 2009

Macht Volkswagen Rennen um Porsche?
VW-Patriarch Piech hat offenbar Nase vorne

  • Fusion der Firmen unter VW-Führung wahrscheinlich
  • Unklarheit über Verbleib von Porsche-Chef Wiedeking

Im Machtkampf zwischen Volkswagen und Porsche wird sich Zeitungsberichten zufolge voraussichtlich VW-Patriarch Ferdinand Piech durchsetzen. "Financial Times Deutschland" und "Welt" berichteten übereinstimmend, dass die Porsche-Eigner sich im Grundsatz über das Zusammengehen beider Firmen geeinigt hätten.

Das entspricht im wesentlichen den Vorstellungen von VW-Aufsichtsratschef und Porsche-Mitgesellschafter Piech entspreche. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hingegen sei mit seinem Versuch gescheitert, Europas größten Autobauer zu übernehmen, und werde das Unternehmen verlassen.

Von VW war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Ein Sprecher des hoch verschuldeten Stuttgarter Sportwagenbauers bekräftigte, dass Vorstandschef Wendelin Wiedeking weiter an der Spitze des Unternehmens stehe. Von einem in Medienberichten genannten Berater, den Wiedeking angeblich angeheuert habe, um seinen Rückzug vorzubereiten, wisse das Unternehmen nichts. Auch von einer Einigung der Familien Porsche und Piech über die Entschuldung des Konzerns und Zukunft mit VW "ist uns nichts bekannt".

Die beiden Zeitungen berichteten, dass VW zunächst knapp 50 Prozent des Porsche-Sportwagengeschäfts übernehmen werde. Die "FTD" berichtete, ein formaler Beschluss fehle zwar noch. Die Eigentümerfamilien Porsche und Piech hätten sich aber zudem prinzipiell darauf verständigt, einem externen Investor die Tür bei dem neuen gemeinsamen Autokonzern zu öffnen. Interesse an einem Einstieg habe das Emirat Katar. Am kommenden Donnerstag treffen sich die Aufsichtsräte von VW und Porsche zu getrennten Sitzungen in Stuttgart.
(apa/red)

16.7.2009 11:40