Eine Bitte an Pereira: Heinz Sichrovsky über eine Salzburger Baustelle
- PLUS: Wie ist IHRE MEINUNG zu diesem Thema?
Vielleicht ist diese Kolumne bei ihrem Erscheinen schon überholt, weil sich alles wunschgemäß gefügt hat. Unter Hintansetzung journalistischer Interessen wünsche ich mir das. Denn Alexander Pereira, der in diesen Tagen unsere Meldung vom Mai in die Tat umgesetzt und Sven-Eric Bechtolf zum Schauspielchef ernannt hat, muss seinen bisher tadellosen Auftritt noch krönen: Er muss einen Viertelschritt zurücktreten und dem amtierenden Konzertchef Markus Hinterhäuser solche Bedingungen bieten, dass der seinen Vertrag über den Sommer 2011 hinaus verlängert. Hinterhäuser hat die Festspielführung mit einer innovativen, international gefeierten Performance durch manche Dubiosität pilotiert. Seine Chancen, selbst Intendant zu werden, waren hoch. Pereira wird also die Grandezza benötigen, einen ehemaligen Mitbewerber auf Augenhöhe agieren zu lassen. Im Augenblick sind Schauspiel- und Konzertchef Abteilungsleiter ohne Entscheidungsbefugnis und Budgetanspruch, woraus viele gehässige Konflikte resultierten. Hinterhäuser hat daher den Wunsch geäußert, beide ins Direktorium zu kooptieren. Dazu aber wird es, wie zu hören ist, nicht kommen. Das Kuratorium will nicht. Es hat seine Zeit lieber damit vergeudet, dem scheidenden Intendanten Flimm mit sinnlosen Schikanen die Vertragsauflösung zu erschweren.

