Mittwoch, 15. Juli 2009

Jacksons Tod wird zum Kriminalfall: Polizei ermittelt gegen die Ärzte des "King of Pop"

  • Erhebungen konzentrieren sich auf seinen Leibarzt
  • Tauziehen um Kinder geht weiter: Bald Einigung?

Der Tod von Michael Jackson wird jetzt als Kriminalfall untersucht. Die polizeilichen Ermittlungen zu dem "Tötungsdelikt" konzentrierten sich auf Jacksons Leibarzt Conrad Murray, schrieb tmz.com. Nach dem bisher vorliegenden Beweismaterial sehe es so aus, dass der medikamentensüchtige Popstar an einer Überdosis des Narkosemittels Propofol starb, berichtete der Internetdienst unter Berufung auf Hinweise aus Ermittlerkreisen. Es gebe "reichlich starke Beweise" dafür, dass Murray derjenige gewesen sei, der dem Sänger den unter dem Markennamen Diprivan bekannten Wirkstoff verabreicht habe.

Vor einer Woche bereits hatte der Polizei-Chef von Los Angeles, William Bratton, nicht ausgeschlossen, dass der Popstar ermordet wurde. Das Rätselraten um die Todesursache könnte spätestens in einer Woche vorbei sein, ergänzte die "New York Daily News". Demnach erwartet der zuständige Gerichtsmediziner in Los Angeles, Ed Winter, die letzten Ergebnisse der toxikologischen Testreihen noch in diesen Tagen oder Anfang kommender Woche. Die ersten Resultate lägen bereits vor, sagte Winter zu den Laboruntersuchungen. Sie sollen klären, welche Medikamente der "King of Pop" bei seinem Tod durch Herzversagen am 25. Juni im Körper hatte.

Injektions-Apparate & Sauerstofftank
Die Polizei war bei ihrer Hausdurchsuchung auf Propofol, Geräte für intravenöse Injektionen und einen Sauerstofftank gestoßen. Das Narkosemittel darf nur von Anästhesisten in Krankenhäusern verabreicht werden. Jacksons Familie hatte nach dem Tod des 50-Jährigen "unbeantwortete Fragen" über Murrays Rolle in den letzten Stunden des "King of Pop" bemängelt. Die Anwälte des 51-jährigen Arztes erklärten jedoch, ihr Mandant sei von allen Vorwürfen entlastet worden. Laut tmz.com führte die Polizei von Los Angeles über den Fall Jackson bereits mehrere informelle Gespräche mit der Staatsanwaltschaft.

Hautarzt vorgeladen
Inzwischen hat Jacksons langjähriger Hautarzt und Freund, Arnold Klein, vom Gerichtsmediziner eine zweite Vorladung erhalten. Nach einem Bericht der "Los Angeles Times" soll Klein wichtige Unterlagen aus der Krankenakte des Sängers herausgeben. "Weitere medizinische Aufzeichnungen" seien für die Nachforschungen zu den Todesumständen des Popstars notwendig, sagte Craig Harvey von der Gerichtsmedizin der Zeitung. Derweil forschen die Ermittler danach, aus welchen Apotheken die Propofol-Vorräte stammen. Da jede Flasche mit einer Seriennummer versehen ist, hoffen sie, dem verschreibenden Arzt auf die Spur zu kommen.

Polizei hat fünf Ärzte im Visier
Jacksons Leibarzt Conrad Murray, der den Popstar nach seinem Kollaps wenige Stunden vor dem offiziellen Tod noch wiederzubeleben versucht hatte, stand den Ermittlern bereits Rede und Antwort. Er teilte durch seinen Anwalt mit, dass er nie Kontakt zu Klein hatte. "Er hat ihn nie getroffen, er hatte keinen Kontakt zu ihm, und er hat sich nie mit ihm über Michael Jackson unterhalten", sagte Anwalt Ed Chernoff über den Arzt. Die Polizei hat mindestens fünf Mediziner ins Visier genommen, die Jackson behandelt und ihm Medikamente verschrieben haben.

Geschwister intervienierten
Michael Jacksons Geschwister hatten offenbar genau vor dem jetzigen Drama Angst. Sie haben den verstorbenen "King of Pop" wegen seines Medikamentenmissbrauchs zur Rede gestellt. Beunruhigt von Berichten über die Abhängigkeit ihres Bruders von verschreibungspflichtigen Medikamenten habe er den Sänger gemeinsam mit seinen Geschwistern in der Neverland Ranch aufgesucht, sagte Tito Jackson dem "Daily Mirror".

"Wir mussten etwas tun", fügte der Bruder des Popstars hinzu. Gemeinsam mit seinen Schwestern Janet, Rebbie und La Toya sowie seinen Brüdern Jackie und Randy seien sie regelrecht in die Villa hineingestürmt und hätten Michael in einem seiner Privatgemächer zur Rede gestellt. "Einige von uns haben geweint." Michael habe ihnen jedoch versichert, dass die Berichte über seine Medikamentenabhängigkeit unwahr seien, sagte Tito Jackson der Zeitung. "Er sagte uns, wir hätten überreagiert."

Tauziehen um die Kinder
Unterdessen geht das Tauziehen um die drei Kinder des Popstars weiter. Der Anwalt von Jacksons Ex-Frau Debbie Rowe teilte dem US-Sender CNN mit, es sei noch keine Entscheidung gefallen. Ein Bericht der "New York Post", Rowe habe ihre Rechte an den beiden älteren Kindern Prince (12) und Paris (11) für rund vier Millionen Dollar (2,9 Millionen Euro) an Jacksons Mutter Katherine "verkauft", ist nach den Worten von Rowes Anwalt Eric George "total falsch". "Mrs. Rowe hat nicht und wird auch keine weiteren finanziellen Mittel annehmen, als den zwischen ihr und Michael Jackson vor vielen Jahren vereinbarten Ehegattenunterhalt", sagte George. Vielmehr gehe es bei den Gesprächen darum, ob die Familie Jacksons Zahlungsverpflichtungen gegenüber seiner Mandantin weiter nachkommen werde.

Rowe & Jackson kurz vor Einigung
Beide Seiten verhandelten miteinander, um das Problem "privat und freundschaftlich" zu lösen, teilte ein Anwalt der Jackson-Familie in der vergangenen Woche mit. In Presseberichten hieß es, Katherine Jackson (79) und Debbie Rowe (50) stünden kurz vor einer Einigung. Demnach soll die Großmutter die drei Kinder großziehen und Rowe, die Mutter der beiden älteren Kinder, könne die Kinder regelmäßig sehen. Eine gerichtliche Anhörung zur Entscheidung über das dauerhafte Sorgerecht für die Kinder war auf Wunsch der beiden Frauen vom 13. auf den 20. Juli verlegt worden.

(apa/red)

15.7.2009 15:49
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