Wüstenrot sieht in Jahresbilanz dunkelrot:
Lehman Brothers & Co bescheren Verluste
- Vorjahr mit Minus von 281 Millionen abgeschlossen
- Chefin Riess-Passer weist Kritik an Anlagen zurück
·Bund zockte sogar
mit geborgtem Geld
Rechnungshof enthüllt
Aufnahme von Spielgeld
·Die EU-Kommission verklagt Österreich
Rechtswidrige Beihilfe
für die Bank Burgenland

Die Erschütterungen der Finanzwelt machen auch vor einer Bausparkasse nicht Halt: Den Wüstenrot-Konzern schüttelte es im Vorjahr kräftig durch. Wegen Veranlagungen in die Pleitiers Lehman Brothers und isländische Banken musste Wüstenrot im Vorjahr Verluste in Höhe von über 73 Mio. Euro. verzeichnen. Insgesamt wurde das Jahr mit einem Minus von 281 Millionen Euro abgeschlossen.
Die Totalausfälle aus Finanzveranlagungen entfallen zum größten Teil auf Island (24 Mio. Euro ) und die Pleite gegangene US-Investmentbank Lehman Brothers (22 Mio. Euro), sagte Generaldirektorin Susanne Riess-Passer. Dazu kämen noch weitere 14,4 Mio. Euro von Washington Mutual. Dass die Bausparkasse riskant veranlagt habe, weist Riess-Passer strikt zurück. Die Lehman-Veranlagungen hätten als bombensicher gegolten, ebenso jene bei Washington Mutual. Es habe sich zum Zeitpunkt der Investition um mit "Triple A" bewertete Papiere gehandelt, es sei keine Rede von hochspekulativen Produkten gewesen.
Wüstenrot habe kein Staatsgeld in Anspruch genommen und werde dies auch nicht tun, betonte Riess-Passer. Heuer werde man positiv sein, im Konzern, in der Bausparkasse und in der Versicherung. Gut aufgestellt sei die Bausparkasse auch mit Eigenkapital, das mehr als das Doppelte der erforderlichen 8 Prozent betragen. Wüstenrot sei traditionell die eigenkapitalstärkste unter den heimischen Bausparkassen.
Rückkehr in die schwarzen Zahlen
Wüstenrot-Chefin Susanne Riess-Passer geht davon aus, dass heuer wieder schwarze Zahlen geschrieben werden. Im ersten Halbjahr hat die Wüstenrot-Versicherung laut Grünbichler ein positives Ergebnis von 4,2 Mio. Euro erreicht, die Bausparkasse eins von 1,6 Mio. Euro.
Die Konsequenz aus den schweren Finanzverlusten laute jedenfalls: Wüstenrot wird den Fokus wieder auf das Bauspar- und Versicherungsgeschäft legen. Den Veranlagungsbereich werde man als "Ergänzung" betrachten, sagte Finanzvorstand Grünbichler in der Zeitung.
(apa/red)

