Rennen um Opel erreicht die Zielgerade:
Magna und RHJ hoffen auf einen Zuschlag
- Opel-Mutter GM will sich nächste Woche entscheiden
- Belegschaft hat Vorbehalte gegen Finanzinvestor RHJ

·Bieterrennen um
Opel wird zum Duell
Magna und RHJ haben
Aussichten auf Zuschlag
·Petrodollars sollen
Porsche vor VW retten
10 Milliarden Euro stehen
an Schulden zu Buche
·Pattsituation im Opel- Übernahmekampf
Weder Magna noch RHJ können völlig überzeugen
Der Wettlauf um Opel neigt sich dem Ende zu. Von insgesamt fünf Bewerbern sind mit Magna und dem belgischen Finanzinvestor RHJ nur mehr zwei ernsthafte Bieter im Rennen. Beide hoffen nun darauf, in wenigen Tagen den Zuschlag zu bekommen: Es sei wahrscheinlich, dass Opel-Mutter General Motors (GM) bereits "früh in der nächsten Woche" die Entscheidung treffe, sagte GM-Manager Nick Reilly.
Der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna und der belgische Finanzinvestor RHJ seien dabei "wahrscheinlich in einer führenden Position", sagte Reilly. Formell im Rennen ist noch der staatliche chinesische Autobauer BAIC, bereits fix ausgeschieden sind der Investor Ripplewood und der italienische Autokonzern Fiat.
Die beiden verbliebenen Bieter wollen möglichst dieses Wochenende unterschriftsreife Konzepte für Opel vorlegen. Die Entscheidung über die Zukunft des Rüsselsheimer Autobauers liegt aber nicht allein bei GM. Die Interessenten müssen auch Bund und die Opel-Länder von ihren Konzepten überzeugen. Sie entscheiden über Bürgschaften für milliardenschwere Kredite, auf die alle Bieter ihre Zukunftspläne mit Opel bauen. Bisher stößt vor allem das Konzept von RHJ auf Widerstand in den Ländern.
RHJ plant Abbau von 9.900 Stellen
Der belgische Finanzinvestor RHJ plant einem Zeitungsbericht zufolge den Abbau von 3.900 deutschen Arbeitsplätzen bei Opel im Falle einer Übernahme. Insgesamt sollen rund 9.900 Stellen in Europa wegfallen, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf das aktuelle Konzept, das die Beteiligungsgesellschaft am Mittwoch der Regierung vorgestellt habe.
Ferner solle das belgische Opel-Werk Antwerpen im Frühjahr 2010 geschlossen und der thüringische Standort Eisenach für zwei Jahre stillgelegt werden, bevor 2012 dort die Produktion wieder anlaufe, heißt es in dem Bericht. Die Arbeitsplätze in Eisenach sollten allerdings vollständig erhalten bleiben, in Bochum, Rüsselsheim und Kaiserslautern dagegen die Kapazitäten verkleinert werden. 2011 wolle RHJ mit Opel wieder operativ schwarze Zahlen schreiben, unter dem Strich solle zwei Jahre später wieder ein Nettogewinn stehen.
Genau dieser Plan stößt aber der Opel-Belegschaft sauer auf. Gewerkschaften befürchten, dass RHJ nur an einem mittelfristigen Investment interessiert sei und in wenigen Jahren einen zurecht gestutzten Betrieb wieder zurück an GM verkaufen will. Während man mit Magna bereits Gespräche geführt habe, herrscht über die Absichten von RHJ noch Rätselraten: "Über die konkreten Pläne anderer Anbieter wissen wir so gut wie nichts", betonte Gewerkschaftsvorsitzender Klaus Franz. Kaum verwunderlich, dass Magna im Finish daher auf die Unterstützung der Betriebsräte zählen kann.
(apa/red)

