Montag, 13. Juli 2009

Entlassene drohen mit Fabriksprengung:
Gasflaschen sind "bereit zum Explodieren"

  • Frankreich: Renault soll 30.000 € Abfindung zahlen
  • Management erhält ein Ultimatum bis zum 31. Juli

Explosive Verhandlungen in Frankreich: Entlassene Arbeiter eines Zulieferers der Autokonzerne Renault und PSA Peugeot Citroen drohen mit der Sprengung ihrer Fabrik. Die 366 Beschäftigten des Werkes New Fabris im westfranzösischen Chatellerault stellten ihrem Management ein Ultimatum bis zum 31. Juli, um jeweils 30.000 Euro Abfindung zu erhalten. "Wir haben Gasflaschen in die Fabrik gebracht", sagte Gewerkschaftsvertreter Guy Eyermann der Nachrichtenagentur AFP. "Alles ist bereit, damit sie explodieren."

"Wir werden nicht August oder September abwarten, bis PSA und Renault gelagerte Teile und Maschinen aus der Fabrik holen", sagte Eyermann. "Wenn wir nichts bekommen, werden sie auch nichts bekommen." Dem Gewerkschaftsvertreter zufolge haben entlassene Beschäftigte anderer Zulieferer von Renault und PSA in der Vergangenheit 30.000 Euro als Entschädigung bekommen. Der Wert der Teile in der Fabrik wird von den Autoherstellern auf rund zwei Mrd. Euro geschätzt. Hinzu kommen laut Gewerkschaften nochmals - teils neue - Maschinen im Wert von zwei Mio. Euro, die Renault gehören.

In Frankreich hatten Arbeiter seit Mitte März immer wieder Firmenchefs festgesetzt, in deren Unternehmen Entlassungen oder Werksschließungen verkündet wurden. Oft wurden die Bosse über Nacht in ihren Büros festgehalten, um höhere Abfindungen zu erzwingen.

(apa/red)

13.7.2009 14:59