Freitag, 17. Juli 2009

Auf die Pflichtübung folgt die große Kür:
Nach Albanien wartet Englands Kult-Team

  • Pacult mit Auftreten gegen Schkodra sehr zufrieden
  • Gegen den FC Liverpool dürfen aller Spieler ran

Österreichs Fußball-Rekordmeister Rapid Wien kann sich nach der Torgala gegen Vllaznia Schkodra bereits mit der dritten Qualifikationsrunde in der Europa League auseinandersetzen. Das Zweitrundenrückspiel in Albanien ist nach dem 5:0-Kantersieg im Hanappi-Stadion nur mehr Formsache. Als "Belohnung" für die tolle Leistung bekommen es Kapitän Steffen Hofmann und Co. am Sonntag im zweiten Jubiläumsspiel anlässlich "110 Jahre Rapid" mit dem englischen Rekordmeister Liverpool FC zu tun.

Die Hütteldorfer waren vor 13.300 Zuschauern über 90 Minuten die spielbestimmende Mannschaft, die Torlawine - vier Treffer innerhalb von 17 Minuten - kam aber erst mit dem 2:0 des eingewechselten Stürmers Nikica Jelavic in der 68. Minute ins Rollen. "Wir haben 90 Minuten nach vorne gespielt und sind mit den Toren belohnt worden. Wir haben einen sehr hohen Aufwand betrieben", resümierte Coach Peter Pacult.

Mit der Leistung seiner Elf vor den Augen von ÖFB-Teamchef Dietmar Constantini war der 49-Jährige mehr als zufrieden. "Der Ball ist schnell gelaufen und wir waren zeitweise auch schon sehr ballsicher", sagte Pacult. Der Trainer selbst hatte ebenfalls einen großen Anteil am klaren Erfolg des Vizemeisters. Die schnelle taktische Mittelfeld-Umstellung schon nach 29 Minuten (der offensive Drazan für den defensiven Pehlivan) zeigte ihre Wirkung.

Pacult im Wechsel-Glück
Der junge Drazan sorgte auf der linken Seite für viel frischen Wind, Jelavic erzielte einen Doppelpack per Kopf, unterstrich damit einmal mehr seine Anwärterschaft auf einen Stammplatz und Christopher Trimmel schloss einen schönen Sololauf mit seinem ersten Europacup-Treffer zum 5:0-Endstand ab. "Alle drei Wechsel sind aufgegangen", freute sich Pacult über sein "Goldenes Händchen". Die Spieler stellten auf dem Feld eindrucksvoll unter Beweis, dass sie trotz des bevorstehenden Liverpool-Spiels voll fokussiert auf die Europacup-Aufgabe waren. "Wir sind glücklich, denn es gibt in Europa keine schwachen Gegner mehr", meinte Andreas Dober.

Im Rückspiel können es die Wiener nun ruhiger angehen und im Hinblick auf die erste Bundesliga-Partie am 26. Juli auswärts gegen SV Mattersburg Kräfte schonen. "Wir haben jetzt den großen Vorteil, dass wir dort nicht mehr viel Druck aufbauen müssen", war Pacult erleichtert. In Albanien wird möglicherweise auch schon der Neo-Innenverteidiger Milan Jovanovic zum Rapid-Kader gehören, am Donnerstag hatte noch die internationale Freigabe von der FIFA für einen Einsatz gefehlt.

Alle dürfen ran
Die Wiener können sich nun voll und ganz dem Duell zweier Rekordmeister widmen. "Für die Spieler und Fans ist es ein absolutes Highlight. Ich hoffe, dass wir ein schönes Spiel sehen werden", sagte Pacult. Der Rapid-Coach wird gegen "einen der Topclubs in Europa, der in den vergangenen 30, 40 Jahren tollen Fußball gezeigt hat", alle Kaderspieler zum Einsatz bringen. "Das ist etwas Einmaliges, das haben sie sich verdient", erklärte der Wiener .

80.000 Besucher innerhalb einer Woche
Die Hütteldorfer sind verständlicherweise heiß auf die Partie und wollen versuchen, nicht auch das zweite Jubiläumsspiel, nach dem 1:2 gegen FC Schalke, zu verlieren. "Es ist ein tolles Ereignis für uns Spieler und noch schöner für die Fans", sprach Hofmann im Namen der Mannschaft. Und Erwin "Jimmy" Hoffer ergänzte: "Es ist eine geile Sache, gegen solche Mannschaften zu spielen." Der 22-jährige Stürmer erzielte wie gegen Schalke auch gegen die Albaner einen Treffer und ist schon gut in Form. "Ich habe seit langem wieder einmal eine komplette Vorbereitung mitmachen können. Das ist ein großer Vorteil, ich kann mich derzeit nicht beschweren", meinte der ÖFB-Teamstürmer.

Liverpool macht zum Abschluss des Vorbereitungs-Trainingslagers in Bad Ragaz/SUI (19.15 Uhr/Einlass 17.15 Uhr) in Wien Station. Das Happel-Stadion ist seit Tagen mit 50.000 Zuschauern ausverkauft. Damit haben die Wiener innerhalb einer Woche rund 80.000 Besucher angelockt, gegen Schalke (1:2) war das Hanappi-Stadion mit 17.500 Zuschauern zur Gänze gefüllt. "Kompliment an die Fans, das bringt nur Rapid zusammen. Wir sind den Fans schuldig, eine gute Leistung zu bringen", sagte Pacult.

(apa/red)

17.7.2009 16:10