Rapid gegen Vllaznia Schkodra der Favorit:
Ex-Spieler Salihi sieht Hütteldorfer vorne
- Ried-Spieler: "Müssen einen sehr guten Tag haben"
- Gesperrter Kapitän "größtes Problem" für Schkodra

·Europacup-Erfolge im
nationalen Interesse
Für mehr Startplätze
muss ein Erfolgslauf her
·UEFA Europa-League:
Auslosung 2009/2010
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Für seinen Ex-Club Vllaznia Schkodra hegt Ried-Stürmer Hamdi Salihi nach wie vor große Sympathien. Dennoch ist für den albanischen Teamspieler Rapid im Hinspiel der zweiten Qualifikationsrunde zur Fußball-Europa-League gegen den Vizemeister seines Heimatlandes klarer Favorit. "Wenn sie eine Chance haben wollen, müssen sie einen sehr guten Tag haben und Rapid einen schlechten erwischen", schätzt Salihi die Ausgangslage ein.
Ein Urteil, das er gemeinsam mit seinen ganz persönlichen Rapid-Impressionen telefonisch auch in seine Heimatstadt Schkodra, nahe der montenegrinischen Grenze, "funkte". Denn nach wie vor pflegt Salihi gute Kontakte zum Club, bei dem er die Akademie durchlief und bis zum 20. Lebensjahr spielte. Nach einem Kurzgastspiel bei Panionios Athen wurde er 2006 mit FK Tirana Torschützenkönig und wechselte im Winter 2006/07 ins Innviertel. Ein typisches Schicksal. Denn der Verein mache gute Jugendarbeit, habe deshalb aber auch stets mit einem gewissen Aderlass zu kämpfen. "Viele junge, gute Spieler sind nach Europa gegangen, jedes Jahr verlassen mehrere Talente den Club."
Einser-Stürmer Sinani gesperrt
"Wenn ich in Schkodra bin, gehen wir auf einen Kaffee, ansonsten telefoniere ich des öfteren. Kapitän Vioresin Sinani ist schließlich mein bester Freund." Kleiner Schönheitsfehler vor dem Duell mit Rapid: Stürmer Sinani, der sich in der Vergangenheit auch in Kroatien und der Türkei verdingte, ist im Hinspiel in Wien gesperrt. "Ich bin gespannt, wie Vllaznia auftritt, denn normalerweise ist das Spiel ganz auf ihn ausgerichtet", meinte Salihi. "Darin sehe ich das größte Problem für sie."
Rapid solle freilich nicht mit einem "Spaziergang" rechnen. "Es ist der ältestes Club in Albanien (1919 gegründet, Anm.) mit großer Tradition und vielen Fans. Das ist wie Rapid in Österreich. Das Stadion fasst etwa 15.000 Leute und hat eine gute Atmosphäre, der Verein gute Fans, die auch schon mal dem Gegner applaudieren, wenn er gut spielt, berichtete Salihi. "Und die wissen schon, wie man Fußball spielt. Mit Nationalteam-Verteidiger Elvin Beqiri zum Beispiel haben sie einen erfahrenen Mann, der schon in Russland (Alania Wladikawkas, Anm.) und der Ukraine (Metalurg Donezk, Anm.) gespielt hat."
Meistertitel verpasst
Ein weiterer entscheidender Faktor der Mannschaft sei Trainer Hasan Lika. "In der U21 war er mein Coach", erinnerte sich Salihi an den 49-Jährigen. "Er ist in Albanien einer der taktisch besten Trainer, der sich genau anschaut, welcher Spieler welche Qualitäten mitbringt und das Beste aus ihm herausholt." Eigentlich sei es verwunderlich, dass Vllaznia den Meistertitel zuletzt verpasste. "Die Mannschaft ist vor der abgelaufenen Saison von Experten, Journalisten und Fans zum Favoriten erklärt worden, und dann ist es sich ganz knapp nicht ausgegangen", sagte Salihi, der sich per Satelliten-TV über den Kick in seiner Heimat auf dem Laufenden hält.
Kein Wunder, dass er sich auf der Tribüne des Hanappi-Stadions einfinden wird. Nicht zuletzt hat sich u.a. auch sein Bruder, der in Schkodra lebt, angesagt. Nach dem 15.00-Uhr-Training in Ried steigt er in seinen PKW: "Ich hoffe, das geht sich aus."
(apa/red)
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