Samstag, 18. Juli 2009

Den "Sack" nicht rechtzeitig zugemacht:
Kärnten von Magna in Nachspielzeit verputzt

  • Zwei Tore in der Schlussphase für Wiener Neustadt
  • Kärntner nach 90 Minuten nur mit leeren Händen

Neuling Wiener Neustadt hat die Fußball-Bundesligasaison am Freitag mit einem glanzlosen 3:1-Heimsieg gegen Austria Kärnten eröffnet. Der Aufsteiger stellte den schmeichelhaften Erfolg gegen die als Abstiegskandidat gehandelten Gäste vor lediglich 4.200 Zuschauern erst in der Nachspielzeit durch Treffer von Petr Johana und Ex-Kärnten-Spieler Patrick Wolf sicher. Zuvor hatte Sanel Kuljic (65.) per Elfmeter die frühe und verdiente Führung der Gäste durch Thomas Hinum (16.) egalisiert.

Trainer Helmut Kraft freute sich über die drei Punkte, musste aber auch eingestehen, dass die eigenen hohen Erwartungen zumindest beim Auftakt noch nicht ganz erfüllt wurden. "Die Tore am Schluss waren einfach Glück, das hätte auch unentschieden enden können. Es gibt keine Mannschaft mehr, die man aus dem Stadion schießen kann", betonte Kraft. Die Gestaltung des Spiels vor Heimkulisse war den Niederösterreichern offenbar nicht gelegen, im Kampf gegen die Großen könne sich das ändern, hofft Kraft. "Vielleicht tun wir uns gegen Kaliber wie Rapid und Salzburg sogar leichter, weil wir dann mehr kontern können", meinte der Tiroler.

Kuljic, der den umstrittenen Strafstoß nach einem Foul von Kärnten-Tormann Schranz an Sturmkollege Viana sicher verwandelt hatte, verwies auf die zu hohen Erwartungen nach teilweise starken Vorleistungen in der Sommerpause (u.a. 2:1 gegen Hertha BSC). "Die gute Vorbereitung ist zur Bürde geworden", bekräftigte der Ex-Teamspieler. Mit seiner eigenen Verfassung zeigte er sich zufrieden: "Mittlerweile bin ich wieder da, wo ich einmal war." Der Konkurrenzkampf im Riesenkader des Stronach-Clubs wirke belebend, betonte der Ex-Austria-Wien-Stürmer.

Die Kärntner standen nach 90 Minuten mit leeren Händen da, obwohl man lange mehr als ebenbürtig gewesen war. "Das, was wir uns vorgenommen haben, haben wir in der ersten Hälfte gut umgesetzt, wir wollten Druck machen. Aber wir haben es verabsäumt, den Sack zuzumachen", erklärte Kärnten-Trainer Frenkie Schinkels, der wegen der Roten Karte gegen Neuzugang Troyansky (79.) auf das Feld gelaufen und dafür zu seiner Bestürzung von Schiedsrichter Grobelnik auf die Tribüne verbannt worden war.

Wr. Neustadt ist am 26. Juli bei Sturm Graz zu Gast. "Jetzt müssen wir in Graz nicht unbedingt punkten", meinte Kraft. Die Kärntner müssen auch in der zweiten Runde auswärts antreten, sie treffen ebenfalls am letzten Juli-Sonntag auf den Kapfenberger SV.


(apa/red)

18.7.2009 14:17