Sonntag, 26. Juli 2009

Alberto Contador triumphiert bei der Tour
de France: Zweiter Gesamtsieg nach 2007

  • Umstrittener Spanier wurde Favoritenrolle gerecht
  • Super-Sprinter Mark Cavendish siegt in Paris

Alberto Contador war bei seinem zweiten Toursieg so sattelfest wie Lance Armstrong in seinen besten Zeiten und Mark Cavendish als sechsfacher Etappensieger unantastbar: Die 96. Tour de France, die nach 3.549,5 Kilometern und bis dato dopingfrei zu Ende ging, hatte in dem Spanier und dem Briten die großen Protagonisten. Gegen den überragenden Contador, der sich anschickt, seinem Landsmann und fünffachen Tour-Champion Miguel Indurain nachzueifern, hatte kein Fahrer etwas entgegenzusetzen.

"2007 habe ich mit den Beinen gewonnen, diesmal auch mit dem Kopf", sagte der 26-Jährige, dem nach seinem zweiten Tour-Triumph noch weitere Tour-Siege und der Angriff auf Lance Armstrongs sieben Triumphe zuzutrauen sind. Der Luxemburger Andy Schleck, bester Jungprofi, war mit 4:11 Minuten Rückstand der Kronprinz des nicht unumstrittenen Matadoren aus Pinto bei Madrid, der die Serie der spanischen Toursiege seit 2006 fortsetzte.

Der 37-jährige Armstrong konnte vier Jahre nach seinem letzten Triumphzug auf den Champs Elysees nicht ganz an alte Klasse anknüpfen und war mit Platz drei 5:24 Minuten hinter Contador durchaus zufrieden. "Als alter Sack hierherzukommen und das Podium zu erreichen, ist nicht so schlecht", umschrieb Armstrong seine eigene Leistung mit einer Prise Ironie.

Cavendish schreibt Geschichte
Der 24-jährige Cavendish, der bei seiner dritten Teilnahme Paris zum ersten Mal erreichte, schrieb sein Kapitel im Rekordbuch der Tour weiter. Noch nie schaffte ein Profi in seinem Alter zehn Etappensiege in zwei Jahren. Auf der prestigeträchtigen Final-Etappe ließ Cavendish, der dem Norweger Thor Hushovd das Grüne Trikot nicht entreißen konnte, der Konkurrenz am Sonntag beim Schaulaufen über 164 Kilometer im Ziel des 21. und letzten Abschnitts abermals keine Chance.

Cavendishs' österreichischer Teamkollege Bernhard Eisel, der sich wie im Vorjahr in den Dienst seines erfolgreichen Columbia-Teams stellte, beendete die Tour als 150. unter 156 in Paris angekommenen Startern. Der Kärntner Milram-Profi Peter Wrolich hatte vor der 13. Etappe aufgeben müssen. Überschattet wurde die 96. Tour vom Unfalltod einer Zuschauerin auf der 14. Etappe.

"Ohne Gewähr"
Freilich gilt für das Gesamtklassement der Tour wie in den vergangenen Jahren die Lotto-Klausel "Ohne Gewähr". Zu oft mussten die Annalen der Rundfahrt umgeschrieben werden, weil den Fahnder nachträglich ein prominenter Doper ins Netz gegangen war. Vor drei Jahren ließ sich Floyd Landis als Armstrong-Nachfolger in Paris feiern - wenige Tage später wurde der US-Amerikaner des Testosteron-Dopings überführt und der Spanier Oscar Pereiro als Gesamtsieger notiert. Im Vorjahr blieben auch die Verfehlungen eines gewissen Bernhard Kohl, damals wie heuer Armstrong zunächst Dritter, nicht ohne Konsequenzen.

Fragen nach der Doping-Vergangenheit Armstrongs, der den Tour-Rekord von acht Podestplätzen des Franzosen Raymond Poulidor einstellte, wurden vom Veranstalter längst nicht mehr gestellt. Seine nachträglichen Positiv-Analysen der Tour 1999 waren vor vier Jahren aus formellen Gründen ohne Sanktionen geblieben. Der Texaner wurde als gern gesehener Rückkehrer begrüßt und der Fortsetzung seines Comebacks 2010 mit neuem Team sehen die Organisatoren unter ökonomischen Gesichtspunkten bereits mit Ungeduld entgegen.

Sportlich hatte Armstrong gegen den elf Jahre jüngeren Contador, der anders als bei seinem ersten Sieg 2007 inzwischen auch im Zeitfahren eine Macht ist, keine Chance. Das große Ziel seines achten Toursieges lag nie in Reichweite. Nach seiner Tour-Ehrenrunde kündigte Armstrong an: "Meine Vorbereitung für 2010 beginnt im August."

(apa/red)

26.7.2009 18:42
jinx, 24. 07. '09 21:08
bester sprinter ??!!
so kann man sich irren. trägt der beste sprinter nicht das grüne trikot? dieses wird sonntag abend, sollte nichts außergewöhniches passieren, nicht cavendish sondern thor hushovd tragen. also: sprinter nr 1 der tour ist zur zeit der norweger von cervelo.