Donnerstag, 16. Juli 2009

Watson bei British Open überraschend an zweiter Stelle: Top-Auftakt für "Golf-Opa"

  • Superstar Woods nach erstem Tag nur im Mittelfeld

Was für Golfprofi Markus Brier am ersten Tag der 138. British Open als passabler Auftakt gelten kann, ist für Superstar Tiger Woods eine herbe Enttäuschung - auch wenn der Cut für beide in Reichweite liegt. Der US-Amerikaner benötigte ebenso wie der Wiener auf dem dem Par-70-Platz in Turnberry 71 Schläge und kam damit nur im Mittelfeld zu liegen. Die Führung sicherte sich der Spanier Miguel Angel Jimenez (64) mit der besten Major-Auftaktrunde seiner Karriere, lange Zeit führte allerdings "Oldie" Tom Watson (65). Vor 32 Jahren hatte der 60-Jährige an der Irischen See den ersten seiner fünf Major-Titel gegen Rekordsieger Jack Nicklaus gewonnen.

"Das hatte etwas Spirituelles. Gestern habe ich noch mit Barbara Nicklaus eine SMS ausgetauscht. Sie wünschte mir das Beste, und der Platz hatte ohne Wind keine Chance gegen mich", kommentierte Watson seinen Überraschungs-Coup nach der fehler- und bogey-freien Runde in seinem "Office". Tausende standen wie 1977 an der 18. Spielbahn auf und applaudierten ihrem Idol wie beim unvergessenen "Duell in the Sun". In der Sommerhitze schnappte Watson damals im Finale "Golden Bear" Jack Nicklaus um einen Schlag den Titel vor der Nase weg und deklassierte den Rest der Konkurrenz um mindestens elf Schläge.

"Es ist die Erfahrung, die auf solchen Links-Plätzen die größte Rolle spielt, um die richtigen Schläge zu machen. Dünenkurse gibt es nur wenige auf der Welt, da können die nicht konkurrieren, die sie nur selten spielen", klärte Watson die Medien auf. "Der Platz inspiriert mich, keine Frage. Es ist wie ein Mosaik aus einzelnen Erfahrungswerten, die ich umsetzen kann. Ich spiele gut genug, um hier wieder zu gewinnen. Mein Putten ist schlechter als vor 32 Jahren, aber einige Bälle werden schon reinfallen."

Weniger Gentleman-like "verfluchte" dagegen der Tiger während seiner Runde die vielen Fehlschläge. Er warf den Schläger oder spuckte vor Wut auf die Spielbahnen, wenn die Abschläge über den Platz "streuten". Nach achtmonatiger Verletzungspause nach seinem US-Open-Sieg 2008 feierte der 33-Jährige an der schottischen Westküste ein sehr bescheidenes Major-Comeback. Immerhin hatte er zuletzt vor 14 Tagen auf der US-PGA-Tour seinen dritten Saisonsieg gefeiert. Aber drei Birdies standen gegen vier Bogeys auf der Score-Karte. "Ich habe zu viele Fehler gemacht und hoffe, das morgen korrigieren zu können", ließ er vor der TV-Kamera hören. Mehr war nicht zu sagen. (apa/red)

16.7.2009 22:34