Samstag, 18. Juli 2009

Erde verschlingt ein deutsches Wohnhaus:
Drei Menschen in Sachsen-Anhalt vermisst!

  • Häuser versanken nach Erdrutschen in nahem See
  • Dutzende Anrainer wurden in Sicherheit gebracht

Nach einem gewaltigen Erdrutsch in Nachterstedt in Sachsen-Anhalt ist ein Haus mit drei Bewohnern in einem Bergbau-See versunken. Ein weiteres Mehrfamilienhaus stürzte zur Hälfte ein und verschwand ebenfalls in dem See. Bei den Vermissten handelt es sich um die Bewohner eines Doppelhauses, das am frühen Morgen in dem gefluteten Restloch eines ehemaligen Braunkohle-Tagebaus verschwand.

Für die Frau im Alter von 48 Jahren und zwei Männer im Alter von 50 und 51 Jahren besteht kaum noch Hoffnung, lebend gefunden zu werden. Die Sucharbeiten sind vorerst unterbrochen worden. Mehr als 60 Bewohner aus umliegenden Häusern wurden in Notunterkünften untergebracht. Die Polizei sperrte den rund 350 Hektar großen See für Sportboote und Schwimmer ab.

Bei dem Unglück, das sich gegen 5.30 Uhr ereignete, rutschten Erdmassen auf einer Fläche von 350 mal 120 Metern ab, auch eine Straße und eine Aussichtsplattform versanken in dem See. Weil im Tagesverlauf weitere Erdrutsche befürchtet wurden, konnten zunächst keine Rettungskräfte zu den komplett vom Wasser bedeckten Haustrümmern vordringen, in denen die Vermissten - ein Ehepaar und ein Mann - vermutet wurden. Das Gelände wurde wegen der unsicheren Lage weiträumig abgesperrt.

Ursache unklar
Die Ursache für das Unglück war zunächst unklar. Fraglich war, ob die Böschung des Sees aufgrund von Regenfällen abrutschte. Bei dem Gewässer - dem Concordia-See - handelt es sich um ein geflutetes Tagebau-Restloch. Der Braunkohle-Abbau in der etwa 2.000 Einwohner zählenden Gemeinde war 1991 eingestellt worden. Der See ist heute ein beliebtes Ziel von Wassersportlern.
(apa/red)

18.7.2009 22:22