Bombenattentate erschüttern Jakarta: War
Fußball-Meister ManU Ziel der Anschläge?
- Acht Menschen tot. Keine EU-Bürger unter Opfern
- Explosionen im "Ritz-Carlton" und im "Marriott"-Hotel
Mannschaft sollte in einem der Hotels residieren

Bei Bombenanschlägen in der indonesischen Hauptstadt Jakarta sind mindestens acht Menschen getötet worden. Rund 40 weitere wurden nach offiziellen Angaben verletzt, als die Sprengsätze im "Ritz-Carlton" und im nahegelegenen "Marriott"-Hotel hochgingen. Nur wenige Stunden später löste eine kaputte Autobatterie eine weitere Explosion aus, bei der eine Person starb. Spekulationen ranken sich auch um Englands Fußball-Meister Manchester United: War die Mannschaft Ziel des Anschlags? Denn der Champions-League-Finalist hätte in einem der beiden Hotels residiert, auf welche die Anschläge verübt wurden. Manchester sollte eine Partie gegen eine indonesische "All Star"-Auswahl absolvieren. Das Gastspiel hat der Fußballclub mittlerweile abgesagt.
Unter den Toten und Verwundeten sind laut Polizei mindestens 18 Ausländer. Als Täter wurden islamische Extremisten vermutet. Die Bomben detonierten am Freitag in der Früh im Ritz-Carlton und im benachbarten Marriott. Die Regierung vermutete einen Terroranschlag. Als Urheber der Bombenserie, die Erinnerungen an die Angriffe in Hotels im indischen Mumbai im vergangenen November weckte, wurde das Netzwerk "Jemaah Islamiyah" vermutet.
Keine EU-Bürger unter den Opfern
Unter den Toten war nach Angaben des Sicherheitsministeriums ein 62-jähriger Neuseeländer. Mindestens 17 weitere Ausländer wurden demnach verletzt - Staatsbürger aus den USA, Kanada, Australien, Hongkong, Indien, Südkorea, Italien, Großbritannien, Norwegen und den Niederlanden. Österreicher kamen nach vorläufigen Erkenntnissen des Außenministeriums in Wien nicht zu Schaden.
Verwirrung gab es zunächst über eine angebliche dritte Bombenexplosion im Norden Jakartas. Dabei kamen Medienberichten zufolge zwei Menschen ums Leben, als ein Auto explodierte. Die Polizei teilte später mit, dass es sich um einen Unfall wegen einer kaputten Autobatterie gehandelt habe.
Präsident verspricht Aufklärung mit aller Härte
Der erst vor zwei Wochen wiedergewählte Präsident Susilo Bambang Yudhoyono versprach, die Verantwortlichen zur Strecke zu bringen. Die Regierung ist in den vergangenen Jahren mit aller Härte gegen Terrorverdächtige vorgegangen, nachdem im Oktober 2002 mehr als 200 Menschen bei der Bombardierung von zwei Nachtclubs auf Bali ums Leben gekommen waren. 2003 war das Marriott-Hotel in Jakarta schon einmal Ziel eines Anschlags, bei dem zwölf Menschen getötet wurden.
(apa/red)
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