Bush erteilte die Lizenz zum Töten: CIA
hätte Al-Kaida-Kämpfer umbringen dürfen
- Geheimprogramm wurde von neuem Chef gestoppt
- Justizminister erwägt Ermittlungen wegen Folter

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Der US-Geheimdienst CIA sollte nach einem Zeitungsbericht auf Anordnung des damaligen Präsidenten George W. Bush nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 Al-Kaida-Mitglieder gefangen nehmen oder töten. Das sei Kern eines CIA- Geheimprogramms, berichtete die US-Zeitung "The Wall Street Journal" unter Berufung auf ehemalige CIA-Mitarbeiter.
Demnach soll der CIA zwar das Programm durch Gelder und Ausbildung vorbereitet haben. Es sei aber nicht voll zur Ausführung gekommen, heißt es ohne weitere Angaben. Der neue CIA-Chef Panetta habe das Geheimprogramm gestoppt.
Bereits zuvor hatten Demokraten im US-Kongress eine Untersuchung gefordert. Der CIA habe das Programm zur Terroristenbekämpfung acht Jahre lang vor den zuständigen Parlamentsausschüssen verheimlicht, hieß es in einem Bericht der "New York Times". Das Programm, dem die Bush-Regierung große Bedeutung zugemessen habe, sei auf Anordnung des damaligen Vizepräsidenten Cheney geheim gehalten worden, hieß es.
Ermittlungen wegen Folter?
Unterdessen wurde bekannt, dass Justizminister Eric Holder strafrechtliche Ermittlungen gegen den CIA wegen möglicher Folterungen erwägt. Holder prüfe die Berufung eines Sonderermittlers, der untersuchen soll, ob CIA-Agenten Terrorverdächtige gefoltert hätten, berichtete die "Washington Post". Dies könnte zu einem offenen Konflikt mit Präsident Obama führen, betont das Blatt. Obama hatte mehrfach signalisiert, dass er eine juristische Untersuchung brutaler Verhörmethoden unter der Regierung Bush ablehne.
Obama hatte im April durch die Veröffentlichung von Memoranden über brutale Verhöre aus der Bush-Zeit scharfe Kritik auch innerhalb des CIA ausgelöst. Daraufhin machte Obama klar, dass er CIA-Verhörbeamte, die im Rahmen vorgegebener Richtlinien gehandelt hätten, keinem Strafverfahren aussetzen wolle. Das Vorgehen gegen die Verantwortlichen für solche brutalen Verhörpraktiken sei aber Sache des Justizministers. Dem wolle er nicht vorgreifen.
(apa/red)
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