Mittwoch, 15. Juli 2009

Petzner will Wiener Bürgermeister werden: Haiders Ziehsohn über seinen Karriereplan

  • Im NEWS-Talk: Die Ansage - 'So mische ich Wien auf'
  • 'Dürfen uns nicht an Jörg Haiders Ideen festkrallen'

Kaum ist die erste Trauerphase vorbei, muss Stefan Petzner erneut Abschied nehmen. Dies-mal ganz in Weiß. Von keinem Lebensmenschen, sondern von seiner Polit-Heimat Kärnten.
Neun Monate nach dem Tod Jörg Haiders wird dessen politischer Ziehsohn, seines Zeichens immerhin BZÖ-Generalsekretär, aus dem orangen Machtzentrum nach Wien verbannt. Nun will Petzner zwischen Wien und Monaco pendeln, wo er ab 1. August neben seinem Nationalratsjob für die PR-Agentur seines Freundes Richard Wagner werkt.
Im NEWS-Talk spricht Petzner erstmals über seinen Bruch mit der Parteispitze. Und enthüllt seine überaus ambitiösen BZÖ-Pläne für die Bundeshauptstadt.

NEWS: Man hat den Eindruck, dass in Ihrer Partei noch immer ein Toter die Politik macht. Herr Petzner, steckt das BZÖ neun Monate nach Jörg Haiders Unfall nicht in einer tiefen Identitätskrise?

Petzner: Haider ist durch seine Politik zum Mythos und zu einem Identitätsstifter des BZÖ geworden, das empfinde ich grundsätzlich als positiv. Wir dürfen uns aber nicht weiter an seinen Ideen festkrallen, wir müssen sie weiterentwickeln. Ich möchte grundsätzlich sagen, dass ich an dieses Projekt glaube. Unser Hauptziel muss die kommende Nationalratswahl sein, und da ist die Kernfrage: Hat man den Mut, neue Wege zu gehen, oder bleibt man auf alteingetretenen Pfaden?

NEWS: BZÖ neu – wie darf man sich das vorstellen?

Petzner: Es riecht in Österreich nach Revolution. Die Leute wissen, dass wir in sämtlichen Bereichen an einem Wendepunkt angelangt sind – und das bietet die Riesenchance für einen Neustart, dessen Grundsatz lauten muss: Es müssen jene belohnt werden, die was leisten, nicht jene, die sich’s in der staatlichen Hängematte bequem machen.

NEWS:Leiten Sie den Ober­österreich-Wahlkampf?

Petzner: Nein, ich bin weder in Oberösterreich noch Vorarlberg der Wahlkampfleiter, stehe aber beratend zur Seite.

NEWS: Weil der Winner Petzner nach der EU-Wahl nicht noch­mals verlieren will?

Petzner: Das Ergebnis war respektabel. Ich habe in den vergangenen Monaten vier Wahlkämpfe hintereinander geleitet und muss einfach neue Kräfte sammeln, möchte mir die Zeit nehmen, bis meine Batterien wieder voll geladen sind.

NEWS: Und Wien? Wollen Sie dort die Jungwähler kampflos dem Strache überlassen?

Petzner: Der wird als Politiker grob überschätzt, dem fehlt jede visionäre Kraft. In Wien ist für uns dann was möglich, wenn man einem bekannten Gesicht eine Chance gibt.

NEWS: Und wenn man nun Sie fragen würde?

Petzner: Das ist schon überlegt worden. Es gibt manche im BZÖ, die diesen Gedanken durchaus spannend finden.

NEWS: Und?

Petzner: Ich schließe das nicht aus, es wäre sicher eine spannende Erfahrung. Ich habe mich aber noch nicht näher damit beschäftigt. Ich bin immer für alles Neue offen.

NEWS: Bitte keine Polit-Phraseologie: Wollen Sie, oder wollen Sie nicht?

Petzner: Es müssen alle wollen – dann wäre der Strache in den Discos und Jugendlokalen sicher nicht mehr allein unterwegs, da würde dann sicher auch der Petzner herumkrebsen. Im Ernst: Es wäre fatal, das Jugendpotenzial dem Strache zu überlassen. Der gehört ja im Prinzip schon zu den Altpolitikern.

NEWS: Wenn Sie in Wien kandidieren, wollen Sie doch wohl auch gewinnen – Bürgermeister und Landeshauptmann Stefan Petzner, wäre das das große Ziel?

Petzner: Man muss sich immer die größten Ziele stecken und Geduld beweisen, aber gleichzeitig auch Realist bleiben. Wenn, dann gehört Wien so richtig aufgemischt, dass sich Häupl und Strache anschnallen müssen. Wien ist ja eine Weltstadt, die unter der Herrschaft des ausgebrannten Häupl und seines Systems leidet.

NEWS: Kärnten, der Wörthersee, das Biotop, in dem Sie durch Haider politisch sozialisiert wurden – wie man hört, stehen die Zeichen auf Abschied …

Petzner: Kärnten ist und bleibt mein Zuhause, aber ich stehe vor einer spannenden Neu­orientierung meines Lebens.

NEWS: Weil in Kärnten, im Machtzentrum des BZÖ, für Petzner kein Platz mehr ist?

Petzner: Die Medien interpretieren das so, und die Medien haben nicht immer Unrecht. Ich will es aber positiv formulieren: Ich bin dort, wo meine Partei mich braucht. Man hat mir gesagt, dass mein Platz in Wien ist, und ich nehme das so zur Kenntnis.

David Pesendorfer

Petzners große Abrechnung mit der BZÖ-Spitze. Lesen Sie mehr dazu im NEWS 29/09!

15.7.2009 12:52
tschinkolawente, 16. 07. '09 09:06
...jetzt bitte mal schön langsam...
...jetzt hat Stefan Petzner erst einmal das Licht der Welt erblickt,.....noch nicht einmal Maria Saal, noch Wien gesehen...ersteinmal als Gemeinderat von KICKERICKISPATSCHEN angelobt, die Schneutztüchel noch nass...die Tränendrüsen noch geschwollen......

Bürgermeister von Klosterneuburg oder Wien, dahin führt doch keine Schmalspurbahn.....
Bananenbiager, 15. 07. '09 19:22
ES IST DA! Das Sommerloch!!!
Man hat mir gesagt, dass mein Platz in Wien ist, und ich nehme das so zur Kenntnis.
Ist der Typ wirklich so naiv, oder einfältig.
Und die Disco´s? Na die "ALTE LAMPE" etc. werden sich freuen...
Ich zerkugel mich!