Teenie-Alarm in der ausverkauften Arena:
Brit-Band The Kooks zum ersten Mal in Wien
- Primal Scream als grandioser Support der Kooks

Der London Haircutters Laden in der Wiener Josefstadt hat in den letzten Tagen wohl das Geschäft des Jahres gemacht. Die Arctic Monkeys und The Kooks an zwei aufeinander folgenden Abenden in der Wiener Arena ist für Liebhaber der britischen (Haar)-Mode wie Weihnachten und Ostern zugleich.
Bevor aber die Teenie-Indie-Band The Kooks die ausverkaufte Open Air Arena in ein Kreischkonzert verwandeln durfte, bespielte die schottische Band Primal Scream die Simmeringer Vorstadt mit ihrem vielschichtigen Sound. Bandbesetzung und Musikstile wechseln bei der 1982 in Glasgow gegründeten Band ohnehin wie die sprichwörtlichen Unterhosen. Die einzige Konstante bildet seit Anfangstagen ein großartiger Bobby Gillespie, der an diesem Abend den extremen Gegenpol zu Kooks-Sänger Luke Pritchard darstellen soll; die Abgeklärtheit des Alters übertrifft die Naivität des Jungrockers bei weitem.
Teenie-Schwarm
Link Wrays Rumble (bekannt aus der Gangster-Groteske Pulp Fiction) eröffnete das 80-minütige Konzert der vierköpfigen Band aus Brighton, die zum ersten Mal Wiener Konzertboden unter den Füßen hatte und sich auch durchaus bemühte. Im Gegensatz zu Primal Scream hatten sie aber leichtes Spiel, das durchwegs blutjunge Publikum zeigte von Anfang an reges Interesse an der kookschen Hitmaschinerie und dankte es mit ohrenbeteubendem Gekreische und verliebten Blicken Richtung Sänger Luke Pritchard.
Besagter Neo-Frauenschwarm nutzte die Bühne in all seiner räumlichen Dimension, mal hier mal da, beim Publikum und im Fotograben. Bei der Solo-Nummer, vom noch unbetitelten neuen Album, gab es eine Feuerzeug-Handy-Kulisse der Extraklasse. Nach zwei Zugaben war dann unwiderruflich Schluss; der Sänger schleppte sich entkräftet von der Bühne, das Publikum in die wohlverdienten Schulferien.
(Philip Dulle)
