Donnerstag, 9. Juli 2009

Jackos "einstweiliger Aufbewahrungsort": Sarg steht auf Prominentenfriedhof in L.A.

  • Ort des endgültigen Grabes weiterhin unbekannt
  • "Kriminelle": Arzt geht auf Medizinerkollegen los

Der Sarg von Michael Jackson ist wieder aufgetaucht. Er steht derzeit auf dem Forest Lawn Friedhof in den Hügeln von Hollywood. Ein Sprecher des Registrieramtes teilte dem Internetdienst "E!Online" mit, dass der mit roten Rosen geschmückte Sarg nach der Trauerfeier im Staples Center auf den Prominentenfriedhof zurückgebracht wurde. Dort hatte die Familie des Sängers vor der öffentlichen Trauerfeier im kleinen Kreis von dem Pop-Star Abschied genommen. Unterdessen meldete sich Jacksons früherer Hautarzt zu Wort und geht auf seine Medizinerkollegen los: Es seien "Kriminelle" gewesen, die dem "King of Pop" die starken Medikamente verschrieben hätten.

Nach der weltweit im Fernsehen übertragenen Zeremonie mit Musikstars, Sportgrößen, Bürgerrechtlern und 20 000 Fans und geladenen Gästen, war unklar, wohin der Sarg gebracht wurde. Offen ist weiterhin, wo der Leichnam des Popstars am Ende beigesetzt wird. Forst Lawn sei ein "einstweiliger" Aufbewahrungsort, bis die Angehörigen eine Entscheidung treffen, sagte Amts-Sprecher Bryan Hill. Jacksons Bruder Jermaine hatte gesagt, er wünsche sich, dass der Sänger auf der von ihm so geliebten Neverland Ranch beigesetzt wird. Anzeichen dafür gab es jedoch vorerst nicht.

Die offizielle Trauerfeier am Dienstag in Los Angeles hatte weltweit mehrere hundert Millionen Menschen vor den Bildschirm gelockt. In den USA nahmen 31,1 Millionen Fernsehzuschauer von dem Sänger Abschied, berichtete "Usmagazine.com". Die Trauerfeier für Jackson blieb jedoch unter den Zuschauerzahlen für die Zeremonie für Prinzessin Diana am 6. September 1997, die damals mehr als 33 Millionen US-Bürger verfolgten. Bei der Amtseinführung von US-Präsident Barack Obama im Januar saßen knapp 38 Millionen Amerikaner vor dem Bildschirm.

Teure Gedenkveranstaltung
Die Stadtverwaltung von Los Angeles bezifferte die Kosten für den Sicherheits- und Organisationsaufwand mit einem Großeinsatz von 3000 Polizisten auf 1,4 Millionen Dollar. Auf ihrer Internetseite hatte die Stadt Jackson-Fans um Spenden gebeten. Nach Angaben der "Los Angeles Times" kamen aber lediglich 17 000 Dollar zusammen. Über mehrere Stunden hinweg sei allerdings der Server ausgefallen, hieß es.

Arzt geht auf Kollegen los: "kriminell"
Nach der bewegenden Trauerfeier hat einer seiner Ärzte schwere Vorwürfe gegen andere Mediziner aus der Umgebung des Stars erhoben. Er habe dem Sänger weder das starke Betäubungsmittel Diprivan noch andere Beruhigungsmittel verschrieben, sagte der Dermatologe Arnold Klein den TV-Sendern ABC und CNN. Es sei ihm aber bekannt gewesen, dass Jackson beispielsweise bei einer Tournee in Deutschland Diprivan eingenommen habe. "Er hat es mit Hilfe eines Anästhesisten eingenommen, damit er nachts schlafen konnte." Klein bezeichnete Kollegen, die dem ehemaligen "King of Pop" die starken Medikamente besorgt hätten, als "Kriminelle".

Die Ermittlungen zu Jacksons Todesursache konzentrierten sich auf fünf Ärzte, die den Sänger behandelt hatten. Der Dermatologe Klein wurde nach eigenen Angaben von den Ermittlern nicht befragt. Wie ABC und CNN unter Berufung auf Ermittlerkreise berichteten, war der Körper des am 25. Juni gestorbenen Popsängers von Injektionsstichen bedeckt. Dies könne ein Hinweis auf einen "regelmäßigen intravenösen Medikamentenkonsum" sein, hieß es demnach.

(apa/red)

9.7.2009 11:51